Morgen sollte es losgehen, mein erster Tag in der neuen Schule. Ich sass aufgeregt an meinem Fenster und dachte nach: Was ist, wenn es wieder so ist, wie an meiner alten Schule?
Was ist, wenn ich keine Freunde finde und mich alle wieder ärgern? Ach übrigens, ich bin
Mirijam Wagner, ein 13-jähriges Mädchen. Ich habe meine Schule gewechselt, weil alle mich nur noch runtergemacht haben. Sie haben mich ständig als „Streberin“ bezeichnet und gesagt, ich hätte nur imaginäre Freunde. Und dass nur, weil ich nicht so wie alle anderen sportlich bin und kein Mathe kann.
Plötzlich sah ich eine Sternschnuppe. In diesem Moment wusste ich genau, was ich mir wünschte.
Leise sagte ich mir selber: „Ich wünsche mir, dass ich von meiner neuen Klasse akzeptiert und aufgenommen werde, nicht wieder als Aussenseiterin ende und treue Freunde finde.“
Als die Sternschnuppe verglühte, stand ich auf und lief zu meinem Schulranzen rüber. Ich kontrollierte nochmals, ob ich alles für den ersten Schultag bereit hatte. Als ich gerade fertig war, kratzte etwas an meiner Tür. Als ich die Tür aufmachte, flitzte mein kleiner Hund Baily zur Tür herein, sprang auf mein Bett und rollte sich zusammen. Ich musste ein bisschen lachen, weil er dabei immer so süss aussah. Ich kuschelte mich mit ihm ins Bett und schlief ohne Probleme ein. Ich träumte davon, wie die ganze Schule mir zujubelt, als mein Wecker klingelte. Es war soweit! Schnell vertrieb ich meine dunklen Gedanken und machte mich bereit. Fünf Minuten später rief meine Mutter:“ Komm Mirijam, sonst werden die Pancakes kalt!“ Nach dem Frühstück fuhr mich meine Mutter zur Schule. Dort angekommen, suchte ich das Rektorat. Ich wurde mit einem freundlichen „Herzlich willkommen!“ von meiner neuen Lehrerin Frau Fischer und der Direktorin empfangen. Kurze Zeit später stand ich vor meiner neuen Klasse. Es lief mir eiskalt den Rücken runter, weil alle mich anstarrten, aber alle lächelten. Zum Glück erzählte Frau Fischer alles über mich, denn ich hätte kein Wort rausbekommen.
Frau Fischer sagte: “Mirijam, setz dich doch am besten neben Maya.“ Ich nickte und ging an den Platz.
Auf den ersten Blick sah Maya sehr sympathisch aus. Als ich mich neben ihr auf den Stuhl fallen liess, flüsterte sie: „Heyyy, du sahst so aus, als wäre dir nicht wohl, aber ich kenne das. Ich bin auch erst seit einem halben Jahr hier. Hast du Lust, mit mir in der Pause rumzulaufen, dass ich dir alles zeigen kann?“ Ich war froh, dass sie so nett war, deshalb antworte ich mit einem schüchternen „Ja, voll gerne“. In der Pause zeigte mir Maya das ganze Schulgelände und wir redeten miteinander. „Ich bin vor einem halben Jahr hierhergezogen, weil meine Eltern einen neuen Job haben, aber ich habe mich sehr schnell hier eingelebt. Also was ich kann, kannst du schon lange!“, sagte sie und grinste mich breit an. Dann fragte sie: „Und warum bist du in dieser Schule?“ Ich schluckte, denn ich hatte Angst, sie würde mich jetzt nicht mehr mögen, wenn ich ihr es erzähle, aber ich gab mir einen Ruck und erzählte ihr alles. „Oh, das tut mir wirklich leid“, meinte Maya „aber ich finde dich voll sympathisch und in unserer Klasse wird sowas niemals passieren, das verspreche ich dir.“ Ich war froh, dass sie nicht komisch reagiert hatte.
Plötzlich sprang Maya auf und sagte: “Komm, lass uns zu den anderen gehen!“ Verunsichert, aber neugierig folgte ich ihr bis zu einer Gruppe von Bäumen. Dort standen fast alle aus meiner neuen Klasse. Ich fragte mich, ob die Klasse immer die Pause zusammen verbringt, doch als ich gerade fragen wollte, erklärte mir Maya: „Wir machen oft alle zusammen Pause, und ab heute wollen wir, dass du dabei bist!“ Ich bedankte mich bei allen und freute mich so sehr, dass alle so nett zu mir waren. Die Klasse stellte sich jeder einzeln vor und alle haben geredet und gelacht. Maya stellte mir noch Emilia und Elena vor. „Die Beiden sind Geschwister“, erklärte Maya. Wir hatten so viel Spass, dass wir gar nicht merkten, dass es geklingelt hat. Wir machten ein Wettrennen zum Schulhaus, aber ich war die Letzte. Hier machte sich niemand darüber lustig, im Gegenteil: Manche liefen extra ein bisschen langsamer, dass ich mich nicht so schlecht fühlte.
Der Rest des Tages verging superschnell: Wir hatten zwei Stunden Zeichenunterricht, wo wir zeichnen durften, was wir wollten und Französisch bei Madame Mouris. Ich war schon fast traurig, dass wir nach Hause gehen durften, aber ich freute mich auch, dass ich Baily wiedersehe. Maya lief mit mir nach Hause und als ich sagte, ich wäre da, machte sie grosse Augen. „Was!?Hier wohnst du? Ich wohne nur drei Häuser weiter, also sind wir ja fast Nachbarn!“ Wir strahlten um die Wette, dann machten wir aus, dass Maya mich morgen früh abholt, dass wir zusammen zur Schule laufen.
An diesem Abend lag ich glücklich im Bett und schlief sofort ein. In dieser Nacht träumte ich davon, was für tolle Sachen ich mit meiner Klasse erleben würde. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, freute ich mich zum ersten Mal auf die Schule. Beim Frühstück überlegte ich, ob das alles mit der Sternschnuppe zu tun hatte oder ob es Zufall war. „Ach egal, dachte ich mir, Hauptsache es ist toll in der Klasse. Ich habe mir einfach zu viele Gedanken gemacht.“ Als ich meine Jacke überstreifte, klingelte es an der Tür. Ich rannte zur Tür und begrüsste Maya. Auf dem Weg zur Schule redeten wir über alles Mögliche und lachten so viel, dass uns die Bäuche wehtaten. Seit diesem Tag hatte ich so viele Freunde, dass meine Erinnerungen an meine alte Schule immer weiter wegtrieben…
Moral der Geschichte: Gib neuen Orten und Menschen eine Chance und lass die schlechte Vergangenheit hinter dir!
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