"VICTORY" - Eine Geschichte von Luisa Sarikos - Young Circle

«VICTORY» – Eine Geschichte von Luisa Sarikos

Member Stories 2026

«VICTORY» – Eine Geschichte von Luisa Sarikos

Felicida träumte davon, als Eiskunstläuferin die Welt zu erobern – bis eine Diagnose alles veränderte. Im Krankenhaus trifft sie Valentin, der ebenfalls gegen Krebs kämpft. Zwischen Chemotherapie, Angst und Hoffnung entsteht eine Freundschaft, die stärker ist als ihre Krankheit. Doch manchmal hinterlassen Menschen ihre grösste Wirkung erst, nachdem sie gegangen sind.

Felicidas Leidenschaft war schonimmer der Eiskunstlauf, seit sie mit sechs Jahren zum ersten Mal in einer Eishalle stand. Mit vierzehn gewann sie ihre erste Goldmedaille bei einem internationalen Wettbewerb.

Doch leider ging es ihr nicht gut. Seit einiger Zeit hatte sie häufig starke Kopfschmerzen. Manchmal waren diese so schlimm, dass sie nicht einmal aufstehen konnte. Nach etlichen Arztbesuchen stellte sich heraus: Hirntumor.

Erst sah es nicht schlimm aus. Ein kleiner Tumor, den man mit einer Operation entfernen konnte. Diese lief jedoch nicht wie geplant, der Chirurg hatte einen kleinen Teil übersehen. Der Tumor begann wieder zu wachsen, undFelicida blieb keine andere Wahl; sie musste mit Chemotherapie anfangen.

Die Therapie schwächte Felicida so sehr, dass sie ihre Leidenschaft aufgeben musste. Allmählich begann ihr hüftlanges, blondes Haar auszufallen. Also beschloss sie, ihr Haar abzurasieren. Dies war ein harter Tag für sie. Alle weinten. Ihre Mutter nahm sie ganz fest in die Arme und tröstete sie.

Leider verschlechterte sich ihr Zustand stark.

Sie musste permanent in ihr regionales Krankenhaus ziehen. Felicida war komplett alleine. Ihre Eltern konnten sie nur abends besuchen und ihre Freunde konnten es sich nicht leisten, ständig mit dem Bus anzureisen. Ihr Zimmer sah ungemütlich aus, das Essen schmeckte nicht und das ständige Gefühl von Stress machte ihren Aufenthalt sehr unangenehm.

An dem Tag, an dem sie Valentin kennenlernte, wurde alles ein wenig erträglicher. Er war in ihrem Alter, hatte Lungenkrebs und war seit ein paar Tagen auch in derselben Klinik. Sie lernten sich bei der Chemotherapie kennen. Er war in einer hitzigen Diskussion mit einem Arzt verwickelt, als Felicida ihn zum ersten Mal sah. Als der Arzt ging, drehte sich Valentin um, grinste sie an und fragte: «Findest du es nicht auch doof, wie seriös hier alle sind? »

«Ich bin Valentin, ich habe Lungenkrebs», stellte er sich vor. Felicida konnte es nicht beschreiben, aber seine sorgenlose Ausstrahlung war ansteckend.

Ab dem Zeitpunkt machten sie alles zusammen. Mittags kam Valentin zu ihr ins Zimmer, um mit ihr zu essen. Sie redeten über alles, was ihnen in den Sinn kam. Er lästerte über seine chaotische Grossfamilie und Felicida erklärte ihm das Leben als Einzelkind. Es stellte sich heraus, dass sie so einiges gemeinsam hatten, zum Beispiel ihre Leidenschaft für Sport und gute Musik. Sie hassten das Essen im Krankenhaus und waren davon überzeugt, dass der Koch ein Kind sein musste.

An Felicidas fünfzehntem Geburtstag, dekorierte Valentin mit seinen drei Schwestern ihr Zimmer. Später sangen sie ihr ein Ständchen. Valentin redete über seinen fünfzehnten Geburtstag, an dem seine Volleyballmannschaft eine Überaschungsparty für ihn geschmissen hatte. An diesem Abend musste er alle darüber informieren, dass er Krebs hat. Valentin redete darüber, dass alle sehr traurig darüber gewesen seien, und dann noch lange mit ihm zusammensassen.

Felicida und Valentin schworen sich, dass sie mit ihrer ganzen Kraft ihre Krankheit bekämpfen werden, auch dann, wenn der anderen Person etwas passieren würde.

Nach einigen Wochen kam ein Arzt und klopfte an Felicidas Tür. Er wollte mit ihr und ihren Eltern die Option einer Operation besprechen. Es würde eine sehr riskante Operation werden, doch, wenn diese gelingen würde, wäre der Tumor komplett entfernt. Sie Diskutierten lange über die vor und Nachteile der Operation und schlussendlich überliessen Felicidas Eltern ihr die Wahl. Nur leider wusste sie nicht, ob die Operation wirklich eine gute Idee war.

Sie traf ihre Entscheidung eine Woche später, als sie mit Valentin in seinem Zimmer Karten spielte.Wie schon oft sassen sie auf seinem Bett, als er auf einmal nach Luft schnappte und sich an die Brust fasste. Erst war Felicida unsicher, was sie tun sollte, aber als Valentin weiterhin um Luft rang, rief sie nach Hilfe. Sein Herzmonitor begann laut zu piepsen und sein Gesicht lief schon violett an, bis endlich Hilfe kam. Die Krankenschwestern konnten ihn glücklicherweise mit Hilfe einer Sauerstoffmaske aus seiner Notlage retten. Felicida weinte und umarmte Valentin fest, der tatsächlich schon wieder grinste. Dies war der Moment an dem sie sich für die Operation entschied.

Am Tag der Operation war Felicida sehr nervös und konnte kaum stillsitzen. Sie war ganz froh, als sie endlich betäubt wurde.

***

Valentin schaute von seinem Buch auf. Er war verwirrt; Was hatte ein unbekannter Arzt in seinem Zimmer zu suchen? «Es tut mir sehr leid, Felicida ist bei ihrer Operation verstorben. », sagte der Arzt und legte sanft seine Hand auf Valentins Schulter. Valentin starrte ihn verwirrt an. «Von was für einer OP sprechen Sie? » Der Doktor erklärte ihm von Felicidas Tumorentfernung. «Leider ist es zu Komplikationen gekommen, Felicida ist an einer Hirnblutung verstorben.»
In diesem Moment zerbrach Valentins ganze Welt. Er weinte bitterlich. Stundenlang lag er in seiner Decke eingewickelt und dachte an nichts anderes, als an alle Momente, die er mit Felicida teilen durfte.


Am nächsten Morgen klopfte es an seiner Tür. Valentin regte sich nicht, wieso denn auch? Es waren Felicidas Eltern, die in sein Zimmer traten. Ihre Mutter setzte sich ans Bettende. Sie überreicht ihm Felicidas Lieblings Plüsch-Äffchen, und einen kleinen Briefumschlag. ‘Valentin, falls ich es nicht schaffe, möchte ich dich an eins erinnern: Unseren Schwur. Hab dich lieb, Felicida’, stand auf der handgeschriebenen Karte.Mit neuer Motivation ging Valentin in seine eigene Operation. Die Ärzte würden den Teil seiner Lunge entfernen, der vom Tumor befallen war. Seine Operation war ein riesiger Erfolg und schon nach wenigen Wochen konnte er nach Hause zurückkehren.
Es war fast wie ein Wunder, dass Valentin sogar wieder Sport machen konnte.Nach ein paar Jahren qualifizierten er und sein Volleyball Team sich für die Olympiade. Sie gewannen Gold.

All das erreichte Valentin nur wegen Felicida. Er hatte sich an den Schwur gehalten und stand nun auf dem Podest, was ohne sie nicht passiert wäre.

Jeden Moment seines Lebens trug er Felicida in seinem Herzen.


                                     

Hier geht’s zu den weiteren Member Stories:

Bewertung