"Wie die Tiere zu ihren Farben kamen" - eine Geschichte von Luana Hartmann - Young Circle

„Wie die Tiere zu ihren Farben kamen“ – eine Geschichte von Luana Hartmann

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„Wie die Tiere zu ihren Farben kamen“ – eine Geschichte von Luana Hartmann

Die Tiere sahen nicht immer so aus wie heute. Bevor der Mensch kam, waren sie nämlich bunt, wie ein Regenbogen.

Es gab blaue Affen, pinke Hasen, gelbe Füchse, lila Katzen und viele mehr. Doch einer war anders: Eliot der Elefant. Er war grau, hatte keine einzige Farbe.
Die anderen Tiere wollten deshalb nie mit ihm spielen. Er versuchte es immer wieder. Auch heute versuchte er die anderen davon zu überzeugen, mit ihm zu spielen. Zuerst versuchte er es bei Himbeere, einem pinken Kaninchen.
«Hey Himbeere!» Rief er als er sie sah. «Möchtest du mit mir spielen?» Himbeere sah ihn an und meinte: «Ich spiele doch nicht mit jemandem der so aussieht!»
Traurig marschierte Eliot weg. Vielleicht hatte ja Orange Lust, mit ihm zu spielen. Kurze Zeit später entdeckte er den Orangen Spatz. «Hey Orange! Möchtest du mit mir spielen? Du könntest dich auf mich setzten und ich könnte dich herumtragen!» Doch Orange meinte. «Ich soll mit dir spielen? Bist du irre geworden?» Und flatterte weg.
Seufzend machte sich Eliot auf den Weg zu Kirsche. Kirsche sammelte schon eifrig Wintervorräte. «Hey Kirsche!» Rief er. «Ich könnte dir doch bei deinen Vorräten helfen! Ich habe ein sehr gutes Gedächtnis und da Eichhörnchen vergessen wo ihre Nüsse sind, wären wir doch ein gutes Team!» Doch auch das Eichhörnchen sah ihn an und meinte: «Lieber vergesse ich, wo meine Nüsse sind, als mit dir abzuhängen! Du bist wirklich das hässlichste Wesen überhaupt!»
Traurig ging Eliot weg. Als er am Haus von Banane dem Fuchs vorbeikam, kam dieser gerade heraus. Als er ihn sah meinte er spöttisch: «Hey Eliot! Hast du etwa zu lange gebadet und dir deine Farben abgewaschen, oder was?»

Eliot überlegte kurz. Farben abwaschen. Das brachte ihn auf eine Idee. Er lief so schnell er konnte zu Blaubeere und klopfte gegen dessen Baum. «Blaubeere? Bist du da?» Kurze Zeit später erschien der blaue Affe. «Eliot?» Fragte er verwundert «Was hast du hier zu suchen?»
Eliot holte tief Luft «Du bist doch Maler, nicht wahr? Du malst schöne Muster und Bilder.» Blaubeere nickte stolz. «Stimmt!» «Kannst du mich dann auch bemalen?» Fragte Eliot. Blaubeere sah ihn an, als habe er sich verhört. «Dich bemalen?»
«Ja!» Meinte Eliot. «Dein absolutes Meisterwerk möchte ich sein!» Der Affe überlegte kurz und meinte dann: «Okay! Warte hier, ich bin gleich zurück!» Schon rannte Blaubeere weg, um alles zu sammeln was er brauchte. Blumen, Beeren, Pilze, Bunte Blätter und Wasser. Als er zurückkam zerstampfte er die Pflanzen und vermischte sie mit Wasser. Schon bald hatte er viele Farben zum Zeichnen. «Okay Eliot. Und jetzt halt ganz still.» Meinte er und begann ihn zu bemalen. Als er fertig war, war Eliot nicht wieder zu erkennen. Er war blau mit gelben Ohren und einem bunten Streifenmuster.
«Du siehst wirklich toll aus Eliot.» Sagte er. Die anderen Tiere werden echt neidisch sein. «Ja, das werden sie ganz bestimmt.» Meinte Eliot. «Danke für deine Hilfe Blaubeere!» Rief er und verschwand.

Kurz darauf traf er Himbeere. «Eliot, bist du das?» Fragte sie. «Du siehst echt toll aus! Möchtest du jetzt mit mir spielen?» Doch Eliot sah sie nur an und meinte «Ich spiele doch nicht mit jemandem, der so aussieht!» Und ging weiter.
Kurz darauf traf er Orange. Orange meinte «Hey Eliot! Hast du Lust zu spielen?» Doch Eliot meinte «Ich soll mit dir spielen? Bist du irre geworden?» Und ging weiter.
Kurz darauf traf er Kirsche. Kirsche sah ihn und sagte «Hey Eliot! Wir könnten zusammen abhängen! Was sagst du dazu? Doch Eliot meinte «Lieber verliere ich mein Gedächtnis, als mit dir abzuhängen!» Und ging weg.
Kurz darauf traf er Banane «Eliot? Bist du das? Du siehst toll aus!» Rief er. «Und du siehst langweilig aus. Hast du schon mal das Wort Muster gehört? Wohl kaum, oder?» Sagte Eliot und ging weg.

Die anderen Tiere waren entsetzt über sein Verhalten und gingen zu Blaubeere. «Blaubeere!» Riefen sie. «Wir brauchen dich!»
Blaubeere kam heraus. «Was wollt ihr denn hier?» Fragte er. «Du musst uns unbedingt auch bemalen!» Meinte Kirsche. «Ja!» Sagte Orange. «Eliot will nicht mit uns spielen, weil wir nicht so bunt sind wie er sind und macht sich über uns lustig!» Blaubeere sass noch immer auf seinem Baum und meinte «Erinnert euch Eliots Verhalten vielleicht an jemanden?»
«Nein.» Meinte Banane. «Heiliger Eichelhaufen!» Rief Kirsche plötzlich. «Er meint uns! Wir haben Eliot ausgeschlossen, weil er nicht so hübsch war wie wir.» «Wir müssen uns bei ihm entschuldigen!» Rief Orange. «Kommt!» Alle Tiere machten sich auf die Suche nach Eliot.

Schliesslich entdeckte Himbeere ihn «Eliot!» Rief sie und hoppelte zu ihm. «Es tut uns so leid! Wir wissen jetzt wie du dich gefühlt haben musst. Wir werden nie mehr gemein zu dir sein.» Doch Eliot meinte bloss «Ich glaub dir kein Wort! Ich bin der schönste von allen und ihr seid bloss eifersüchtig auf mich!» Himbeere seufzte. Da hatte sie plötzlich eine Idee. Sie rief ihre Freunde zusammen, um ihnen davon zu erzählen.

«Und du denkst wirklich, dass das klappt?» Fragte Kirsche. «Keine Ahnung» Antwortete Himbeere. «Aber wir müssen es versuchen!»
Alle Tiere machten sich wieder auf den Weg zu Blaubeere. «Hey Blaubeere!» Riefen sie. «Du musst uns auch bemalen!» Blaubeere streckte den Kopf aus dem Baum. «Vergesst es.» Meinte er. «Nicht bunt!» Meinte Orange. «Wie dann?» Fragte Blaubeere. «Grau, braun, schwarz, weiss, und matt!» Riefen die Tiere.
Blaubeere sah sie überrascht an «Seid ihr sicher?» Fragte er. «Ganz sicher» Meinten sie. «Denn dann fühlt sich Eliot nicht mehr so einsam und will auch nicht mehr so bunt sein» «Blaubeere überlegte kurz und meinte dann:  «Ein Versuch ist es wert. Ich bin gleich wieder da!» Er ging los und sammelte Staub, braune Blätter, verwelkte Blumen, Kies, Steine, Schlamm, Sand und Wasser. Als er zurückkam begann er alles mit Wasser zu mischen und hatte kurz darauf viele Farben zum Malen. Und jetzt bemalte er die Tiere.

Eliot stolzierte immer noch herum, als er ein braunes Kaninchen entdeckt.
Er ging zu ihm und staunte. «Bist du das, Himbeere?» Fragte er. «Ja, aber jetzt heisse ich Brownie!» Meinte sie. Eliot sah sich um und staunte. Alle Tiere liessen sich bemalen. Er sah braune und schwarze Vögel, weisse Katzen und graue Dachse. «Es tut uns leid Eliot.» Meinte Brownie.» «Wir haben uns so bewundert, dass wir dich gar nicht beachtet haben! Und ich muss zugeben, ich mag dieses braun sehr!» 
«Tatsächlich?» Fragte Eliot. «Ja!» Meinte Brownie. «Wir mögen unsere Farben auch!» Riefen die anderen Tiere. Und so war es auch. Sie wuschen sich ihre Farben so lange nicht mehr ab, bis sie mit dem Fell der Tiere verschmolz. Von da an hatten alle Tiere und sogar ihre Jungen genau solche Farben wie wir sie heute kennen.

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