"Dream" - eine Geschichte von Sara Willi - Young Circle

„Dream“ – eine Geschichte von Sara Willi

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„Dream“ – eine Geschichte von Sara Willi

Wie wäre es wohl…? Diese Frage hatte sich Emma schon oft gestellt. So beginnt die Frage, aber wie sie endet. Bei diesem Punkt war sie dauernd anderer Meinung.

Sei es das erste Mal so richtig verliebt zu sein, oder einen Jungen zu küsse. Bis jetzt hatte sie noch keine Antwort bekommen. Und das obwohl sie schon einundzwanzig ist. Es hat auch nicht daran gelegen, dass sie noch keine Beziehung hatte, denn sie hatte schon einen Freund. Da war sie gerade etwa fünfzehn oder sechzehn. Aber ob in dieser Beziehung die richtig grossen Gefühle im Spiel waren, dass weiss sie bis heute nicht. Daher sagt sie meistens auch das sie noch keine Beziehung hatte. Und seither haben Jungs in ihrem Leben auch nie mehr so eine Rolle gespielt. Emma studierte nämlich Journalismus und ist nach London in eine kleine Dachwohnung gezogen. Das Leben in der Nähe des Regent Parks gefiel ihr. Überall wimmelte es von Leuten und diese waren alle Unterschiedlich. Niemand fiel auf, egal wie anders er doch war. Genau das war Emmas grosser Traum. Einmal in ihrem Leben sich nicht als Freak zu fühlen. Emma hat nichts sonderlich Auffälliges an sich. Sie hatte braunes, mittellanges Haar und war normal gross. Trotzdem in dem kleinen Dorf in der Schweiz in dem sie bisher lebte fiel sie mit ihrer Art auf. Sie war nicht das Mädchen, das in einen Sportverein ging, oder sich auch nur ansatzweise gerne in einer Gruppe aufhielt. Und dort in London würde sie nicht auffallen das dachte Emma sich als sie sich dazu entschied nach dem Studium nach einem Arbeitsplatz in der grossbritannischen Metropole Ausschau zu halten.

Die Geschichte begann für Emma im Januar des Jahres 2015. Sie sass gerade in einem kleinen Café in der Albany Street. Emma arbeitete gerade an einem Artikel für die Daily Express, als ein junger Mann Mitte zwanzig das Café betrat und sich zu ihr setzte. „Was machst du hier so alleine?“ Emmas erster Gedanke war, was macht dieser Typ. Sie antwortete leicht schnippisch: „Ich arbeite, sieht man doch?“ „Sorry, wenn ich dich störe. Du sahst irgendwie einsam aus. Hättest du nicht mal Lust etwas mit mir zu unternehmen. Ich könnte dir London zeigen.“ „Wie kommst du darauf das ich nicht von hier bin? Und ich weiss ja nicht mal wie du heisst.“ der namenlose junge Mann antwortete selbstsicher: „Logisch. Mit einem wildfremden Mann geht man nicht weg. Ich heisse Theo. Und du siehst aus als wärst du nicht von hier, weil du einen Stadtplan neben dir hast.“ Da hatte er recht. „Gute Begründung, und du hast recht ich bin nicht von hier. Ich bin vor kurzem von der Schweiz hierhergezogen. Und du scheinst sehr sympathisch zu sein. Also ja ich lasse mir gerne von dir die Stadt zeigen.“ „Super, morgen Abend 19 Uhr. Genau hier ist Treffpunkt und wehe du verspätest dich.“ Hatte Emma da gerade ein Date mit dem süssen Theo? Oder war das ein Traum? Wenn ja sollte dieser Traum bitte niemals enden. Und doch wurde sie knall hart in die Realität zurückgeholt. Sie hatte sich nämlich die Hand verbrüht, mit Tee. Und blöderweise landete der Tee nicht nur auf ihrer Hand, sondern auch auf ihren handgeschriebenen Notizen. Kopien davon hat sie aber leider nicht. Also musste sie die ganze Arbeit noch einmal von Anfang an machen. Dafür blieb ihr nämlich keine Zeit da sie ein Treffen hatte. Emma machte sich also auf den Weg in ihre Dachwohnung. Obwohl Emma schon bald drei Monate in London lebte sah ihre Wohnung immer noch auch als ob sie erst gerade eingezogen wäre. Ihre Möbel hatte sie noch nicht mal aufgebaut. Sie lebte immer noch aus ihren Kisten, also wurde es Zeit dies in Angriff zu nehmen. und da hörte Emma auch schon die Klingel, sie hatte nämlich mit einer Arbeitskollegin ausgemacht dies an genau diesem Abend zu ändern. Und so fingen die beiden an Möbel aufzubauen, Kisten auszuräumen und Kästen einzuräumen. Eigentlich machte es noch ziemlich viel Spass. Und das machte die Wohnung schon um einiges gemütlicher. „Emma wohin sollen die Bücher?“ „In das Regal neben die anderen Fachlektüren.“ Und so tat es Olivia auch. „Und was läuft so bei dir? Gibt’s da einen Mann in deinem Leben? Du hast dieses bestimmte Lächeln in deinem Gesicht. Dieses riesige Strahlen.“ „Olivia! Ja ich habe morgen Abend ein Date mit einem Typen, der mir heute Nachtmittag während der Arbeit im Café begegnet. Und er will mir morgen Abend die Stadt zeigen.“ Sie und Olivia diskutierten noch lange ob das nun ein Date wäre oder nicht. Gegen zehn ging Olivia dann nachhause und Emma hatte Zeit zu überlegen was sie von Theo halten sollte. Er ist hübsch und irgendwie kam er ihr sympathisch vor. Doch war es nicht komisch das ein Typ wie er sie ansprach. Er hätte jede Frau haben können und doch wollte er ein Date mit ihr. Für Emma war dies völliges Neuland ein Date, was sollte sie anziehen. Wer weiss was von der Stadt er ihr zeigen wollte. Nach langem Überlegen schlief sie ein und wachte am nächsten Tag erst spät auf. Sie musste nicht arbeiten.

Sie machte sich einen schönen freien Tag, sie ging einkaufen, machte einen Abstecher in einem Kleider Geschäft wo sie sich ein wunderschönes dunkelblaues Kleid kaufte, welches sie am Abend anziehen wollte. Sie wusste schliesslich schon was einem Mann gefiel. Und doch war sie sich nicht sicher ob es nicht too much war an eine Stadtführung ein Kleid anzuziehen. Und was, wenn Theo ihr echt nur die Stadt zeigen wollte und nicht mehr. Mit diesen Gedanken im Kopf ging Emma nachhause und sah das sie schon etwas spät dran war schliesslich wollte sie vor dem Treffen noch schnell ins Büro um den Artikel ins “Fertig“ Fach zu legen. Und weil Olivia sie unbedingt noch einmal sehen wollte. Sie hatte ihr nämlich am Mittag kurz angerufen und sie gefragt ob ein Kleid nicht etwas übertrieben wäre. Emma machte sich also fertig und auf den Weg in die Redaktion. Dort wurde sie schon von Olivia erwartet, und dem nicht so erfreulichen Teil, ihrem Chef. Dieser staunte nicht schlecht darüber wie Emma privat aussah. Und das merkte sie natürlich: „Normal laufe ich privat nicht so“, sie zeigte auf das Kleid und ihr dezentes Make-Up, „in der Stadt umher, ich habe nachher noch ein Treffen.“ „Ein Date!“ korrigierte sie Olivia. „Dann noch viel Spass mit ihrem Treffen.“ antwortete ihr Chef. Emma nickte und bedankte sich bei ihm. Sie musste noch schnell an ihren Computer, um die Arbeitszeit der letzten Tag nachzutragen. Und Olivia ließ sie natürlich nicht alleine denn sie wollte ihr noch so einige Tipps mit auf den Weg geben. Schliesslich hatte Emma seit Jahren keine Dates mehr. „Vergiss nicht lass es nicht zu schnell angehen und hast du die Zähne schon geputzt? Das ist nämlich sehr wichtig. Falls ihr essen gehen solltet nichts auswählen was dich beim Essen unschön aussehen lässt. Und auch kein Knoblauch.“ Emma musste lachen. Es war irgendwie süss das ihre neue beste Freundin ihr solch gute Tipps gibt. Wäre es nur so einfach ein Date zu haben. Obwohl ihr noch nicht klar war ob es überhaupt ein Date war. Vielleicht wollte Theo ihr aber wirklich nur die Stadt zeigen. Da schaute Emma auf ihr Handy und sah das es schon kurz vor sieben war und sie schon knapp dran war also flitzte sie los. Sie wollte schliesslich nicht zu spät kommen. Nach drei Häuserecken überlegte sie ob sie nicht einfach nach Hause gehen sollte und nicht zu dem Café. sie blieb stehen und überlegte was sinnvoller war. „Hey, wieso bleibst du stehen?“ Emma fuhr verschreckt herum und sah Theo. In ihrem Kopf begann sich ein Film abzuspielen. Wieso ist dieser Typ immer da, um sie zu erschrecken. „Ich bin nur stehen geblieben, weil ich… Ach, ich weiss doch auch nicht wieso. Was willst du mir denn zuerst zeigen?“ Theo sagte das er ihr zuerst ein süsses Restaurant in der Nähe zeigen wollte und anschliessend einige Sehenswürdigkeit entlang der Themse. Also liefen die beiden los. Als sie da so nebeneinander herliefen schwiegen beide bis sie im Restaurant ankamen. Die beiden bekamen die Karte und fingen an zu überlegen was sie essen wollten. Da fiel Emma auf einmal der Hinweis von Olivia ein, “iss nichts was dich unschön aussehen lässt oder Knoblauch drin hat“ Sie musste grinsen und das blieb auch ihrem Begleiter nicht verborgen. „Was ist los, wieso grinst du?“ „Ich musste gerade an eine Kollegin denken. Ich habe ihr von diesem Treffen gestern erzählt und sie ist der klaren Auffassung das dies ein Date wäre. Ist es aber nicht das habe ich öfter gesagt. Egal vergiss es.“ „Okay. Ich würde eigentlich schon sagen, dass das ein Date wäre. Aber wenn du meinst das es keines ist kann ich damit umgehen.“ Theos Aussage überraschte Emma so stark das sie sich an dem inzwischen servierten Essen verschluckte. „Also du dachtest das es heute ein Date wird?“ „Ja dachte ich schon. Ich wollte dich kennenlernen. Und eigentlich wollte ich dir nie nur die Stadt zeigen. Also Emma ich mag dich. „Das war für Emma ein Schock. Was sollte sie sagen. Darauf war sie nicht vorbereitet. „Emma sag doch was.“ „Was soll ich sagen Theo. Du bist sympathisch.“ Emma war sich nicht sicher ob sie das wirklich wollte. Ein Date haben. Hatte sie wirklich Interesse an einer Freundschaft mit Theo. Sie wusste es nicht. Theos Reaktion auf ihre Abfuhr war nicht mal so schlimm wie sie es erwartet hatte. Er fing an zu essen. Sie hatte ehrlich gesagt erwartet das er gehe. Und doch hatte sie alles andere erhofft als das. „Würdest du mir trotzdem die Stadt zeigen?“ „Ja, natürlich ich werde alles versuchen das du dich in mich verliebst.“ „Theo. Ich mag dich hatte aber bis jetzt noch nie so etwas wie einen Freund. Und ich weiss nicht ob ich mich in dich verlieben kann. Mein Leben ist momentan noch so durcheinander. Ich brauche Zeit, um dich kennenzulernen. Mir geht das gerade echt zu schnell.“ „Das ist für mich okay. dann lass mich dich kennenlernen.“ Also fingen sie an zu reden. Sie redeten, redeten und redeten. Und lernten sich kennen. Und glaubt mir, wenn ich sage das dies eines von Emmas schönsten Abenden war. Wenn sie sich doch bloss sicher wäre. Und da stellte sie sich die Frage wieder, wie wäre es wohl mit Theo zusammen zu sein. Emma hoffte auf ein Wunder, das ihr zeigte wie es wohl weiter gehen solle. Sollte sie wirklich mit ihm die Stadt ansehen oder würde das zu weit gehe? Also stand sie auf und machte sich auf den Weg zur Toilette. Dort nahm sie ihr Telefon heraus und schrieb Olivia eine Nachricht was sie tun sollte. Und wie sie es erwartete schrieb Olivia ihr das sie darauf eingehen sollte. Also ging sie wieder zurück zu Theo, um ihm zu sagen das sie immer noch gerne mit ihm die Stadt erkunden wollte. Da fing Theo an zu grinsen. „Wieso grinst du?“ „Weil du, Emma, unsicher   bist und das süss ist.“ „Ich bin unsicher ob ich mir vorstellen kann mich in dich zu verlieben.“ Und da merkte sie das sie dem Ganzen eine Chance geben muss. Weil sie sich schon verliebt hat. Denn sie hatte ihm gerade ehrlich gesagt was in ihr vorgeht und das hatte sie vorher noch nie. Emma sagte es ihm jedoch nicht. Sondern ließ sich von Theo zu essen einladen. Er bezahlte und sie liefen los an die Themse. Dort vorbei an all den Sehenswürdigkeiten. Und da fiel ihre Hand in seine und es fühlte sich richtig an. Deshalb ließ sie ihre Hand auch dort und zog sie nicht zurück. Da drehte er sich zu ihr um und nahm ihre andere Hand. Und da wusste Emma was sie sagen sollte. „Theo. Ich habe mich entschieden. Und ich war nur so unsicher, weil mir tief im inneren schon klar war das es schon zu spät ist. Ich habe mich schon an unserem ersten Treffen gestern im Café in dich verliebt. Ich habe aber Angst. Ich hatte erst eine Jugendbeziehung und danach hatte ich nie mehr ein Treffen mit einem Mann. Und falls du gleicher…“ Da unterbrach er sie indem er sie küsste und Emma merkte das es genau das war, was sie schon von Anfang an wollte. Dieser Kuss, er war magisch. Es fühlte sich einfach so richtig an. Und sie war in ihn verliebt. Und da löste sie sich aus der Umarmung von Theo und sagte ihm das sie jetzt nachhause musste. Dort angekommen telefonierte sie Olivia. „Olivia du wirst es nicht glauben. Er hat mich geküsst.“ „Erzähl mir mal mehr über diesen Theo.“ „Also Theo ist etwa 1.80 gross, schlank, hat braune Haare und blaue Augen. Er wohnt hier in der Nähe und arbeitet als Konditor…“ Emma wollte gerade sagen das er aus Frankreich stammt, als sie von Olivia unterbrochen wurde. „Emma du weisst schon das, dass Theo Duquet ist? Einer der besten Konditoren Frankreichs. Er ist nur hier nach London gezogen, um sich die englischen Spezialitäten anzuschauen. Wir haben vor vier Monaten einen Bericht über ihn geschrieben. Falls du ihn nachlesen willst, er steht auf unserer Website.“ Sofort schnappte sich Emma ihren Computer und googelte. Sie fand denn Artikel in Windeseile. “Theo Duquet der neue Starkonditor Frankreichs“ Emma war schockiert. Wie konnte sie ihn nicht erkannt haben. So ein gutaussehender junger Mann, und zusätzlich ihr Lieblingskonditor. Sie hat es einfach nicht gemerkt nicht mal als er sagte das er Theo hiesse. Deshalb hatte er wahrscheinlich auch nie gesagt wie sein Nachname sei. „Emma bist du noch dran?“ Vor lauter Überlegungen hatte sie total vergessen das sie mit Olivia am Telefon war. „Tut mir leid, dass ich gerade abwesend war. Ich kann das Ganze nur gerade nicht fassen.“ Olivia und sie telefonierten noch lange. Sie sprachen über Theo, die Arbeit und über das Leben. Als Emma schlussendlich das Gespräch beendet hatte, wurde ihr klar, dass, das was sie mit Theo hatte nicht funktionieren würde. Sie wollte nicht mit einem Mann zusammen sein der eine riesige Karriere hatte, sie wollte das alles nicht. Und während ihr das bewusst wurde lief ein Lied welches sie damals nach der Trennung von ihrem Schulschwarm dauernd gehört hatte. Und es schien ihr wie ein Zeichen. Ein Zeichen, dass das nicht ihr Traum war.

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