"Die Apachenträne" - eine Geschichte von Sofia Di Mercurio - Young Circle

„Die Apachenträne“ – eine Geschichte von Sofia Di Mercurio

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„Die Apachenträne“ – eine Geschichte von Sofia Di Mercurio

Ich öffnete die Zimmertür und traute meinen Augen nicht. Das Fenster in meinem Zimmer stand sperrangelweit offen und alles war verwüstet. „Wer hat das getan?“ , sagte ich voller Entsetzen.

Ich rannte zum offenen Fenster. An einem Seil konnte ich einen Mann erkennen. Unten wartete ein Pferd auf ihn. Er hielt etwas fest in der Hand. Was war es? Meine Apachenträne! Diese hatte ich von den Indianern, den Apachen, erhalten. Damals lebte ich noch bei ihnen. Jetzt wohne ich bei meiner Mutter im Dorf. Ich bin halb Apachin. Die Apachenträne hat eine ganz besondere Macht und war deshalb sehr wertvoll.

Ich rannte hinunter, packte sofort meine Reittasche und ritt los Dicht hinter dem Mann, aber nicht zu auffällig. Ich ritt und ritt, über Land und bald darauf waren wir beim Stamm der Apachen angekommen. „Stormland“ hiess der Stamm meines Vaters Kwahu. „SHALIN!“ rief mein Vater „was ist los?“ , fragte er verwundert. „Ich muss mit dir sprechen!“ stiess ich keuchend hervor.

„Folgendes ist passiert….“ , ich erzählte ihm den ganzen Vorfall. „Und weißt du noch wie er aussah?“ , fragte er. „Ich konnte ihn leider nicht gut sehen, aber es war auf jeden Fall ein Apache. Ich bin ihm bis hierher gefolgt.“ „Hmm“ , sagte er nur. „Ich kann mir schon vorstellen wer das war. Er hat sich immer geweigert dir die Apachenträne zu geben. Dass er sich die Apachenträne gerade jetzt holt ist mir ein Rätsel. Ich habe Hakan nämlich länger nicht mehr gesehen. Morgen gehen wir zusammen in seine Hütte und schauen dort nach. Du kannst bei uns übernachten. Ich helfe dir die Apachenträne zu suchen!“ „Vielen Dank, wie geht es eigentlich Helaku?“ „Ihm geht es gut.“

Als wir aus der Hütte kamen wurden wir bereits erwartet. Auch Helaku, mein Blutsbruder, war da. Auch Helaku erzählte ich von der Geschichte mit der Apachenträne. „Ich komme mit und helfe euch!“ Im Morgengrauen machten ich, Helaku & Kwahu uns auf den Weg zu Hakans Hütte . Die war leer. Von Hakan keine Spur. „Kommt mit wir gehen in den Wald und schauen dort nach. „Da war er!“ Hakan rannte sofort weg, als er uns bemerkte. Wir folgte ihm bis zu einer Höhle. In der Höhle war es sehr dunkel. Wir zündeten eine Feuerfackel an. „Wohin ist Hakan?“ flüsterte uns Kwahu zu. Wir gingen bis ganz nach hinten und dort war ein schmaler Gang. Ich schaute hinein und sah etwas Goldenes aufleuchten. „ Da ist Hakan, beim goldenen Fluss!“ sagte ich. Wir erhöhten unser Tempo und hatten ihn schon fast eingeholt. Dort stand Hakan und die Apachenträne lag vor ihm auf einer Steinsäule. Kwahu brüllte: „Halt, gib mir die Apachenträne zurück!“ „Niemals werde ich den Stein geben.“ , schrie Hakan. „ich bin dein Häuptling, gehorche!“, schrie Kwahu verzweifelt. Hakan lachte ein dreckiges Indianerlachen: „Euren Stein werde ich zerschmettern. Ich werde für immer von eurem Stamm verschwinden und dein Geheimnis mitnehmen, Kwahu.“ Kwahu stellte sich vor ihn hin. Hakan bekam Angst. Von hinten schlich sich Helaku unbemerkt zur Steinsäule. Hakan wollte flüchten. Doch ein Tritt rückwärts und der goldene Fluss riss ihn mit.

Wir standen sprachlos da. Die Apachenträne lag unversehrt auf der Steinsäule. „Meine Tochter, jetzt ist der Moment gekommen, dich ins Geheimnis des Stormland Stammes einzuweihen. Du als Halbapachin wurdest auserwählt den Fluch zu brechen. Als Einzige kannst du uns davon erlösen. Nimm die Apachenträne und wirf sie in den goldenen Fluss und das gestohlene Land wird von den Weissen zurück an uns Indianer gehen. Shalin, du bist unsere Retterin.“

Bedeutungen:

Shalin = die Bescheidene
Kwahu = der Adler
Helaku = der Sonnentag
Hakan = der Feuerige
Die Apachenträne = Rauchobsidian

Apachenträne ist eine Varietät des Obsidian. Einer indianischen Legende nach entstanden diese, als die Indianer von weißen Siedlern immer weiter aus ihrer Heimat verdrängt, auch noch ihr letztes Stück Land verlohren. Sie wurden darüber so traurig, dass sie ihre Tränen über ihr Land vergossen und diese dann zu schwarzen Tropfen erstarrten. Noch heute gelten Apachentränen bei den Indianern als Symbol für Freiheit, Kraft und Gesundheit.

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Kommentare (6)

Liebe Sofia, erst gerade 12 geworden und schon eine so tolle Geschichtenschreiberin. Du darfst stolz auf dich sein. Ich bin es auf jeden Fall! Bravo!

Mama

14. November 2020

Einfach nur TOLL! Hier sieht man, dass Du eine herzliche Phantasie hast, sehr krativ bist und ganz toll mit Wörtern umgehen kannst. Ich bin begeistert und hoffe, schon bald mehr von Dir lesen zu dürfen! Weiter so!!!

Andrea

09. November 2020

Sofia, Deine Geschichte gefällt mir sehr gut! Spannend und interessant. Ich kannte die Bezeichnung "Apachenträne" für Obsidian bis jetzt noch nicht, und werde sie durch Deine Geschichte in Erinnerung behalten. Mach weiter so (-:

Larissa

08. November 2020

Wow, ich finde das Thema Indianer sehr spannend und interessant. Die Geschichte hat mich richtig gefesselt...schade, dass sie so schnell vorbei war. Hoffentlich schreibst Du noch weitere Abenteuer von Shalin, der Retterin des Stormland Stammes :)

Clemens Bartmann

08. November 2020

Ganz schöne Geschichte.Mach weiter Sofia. Nonna Maria-🥰👏👏

Maria Calliari

08. November 2020

Ich finde sehr schön, was du geschrieben hast. Eine Geschichte der Fairness, Gerechtigkeit. Schön gesagt, dass wir weissen die Ureinwohner aller Kontinente eigentlich unterdrücken. Praktisch finde ich auch die Erklärungen. Hoffentlich kann man bald mehr von dir lesen.

Nadeschka Gaberell

04. November 2020

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