"Sorgen um den Bücherladen" - Eine Geschichte von Mirjam Jetzer - Young Circle

«Sorgen um den Bücherladen» – Eine Geschichte von Mirjam Jetzer

Member Stories 2026

«Sorgen um den Bücherladen» – Eine Geschichte von Mirjam Jetzer

Mia liebt Bücher – und ganz besonders den kleinen Buchladen ihrer Grossmutter. Als sie erfährt, dass der Laden kurz vor der Schliessung steht, hat sie eine mutige Idee. Mit einer Schnitzeljagd durch die Stadt versucht sie, den Buchladen zu retten.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                     Sonntag, 12. Juni

Ich heisse Mia, bin 13 Jahre alt und liebe Bücher. Dass ich Bücher liebe, habe ich wohl von meiner Grossmutter. Sie führt einen kleinen, sehr versteckten aber mega gemütlichen Bücherladen hier in der Stadt. Ich bin fast jeden Tag im Laden. Früher hat sie mir immer Geschichten vorgelesen.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                       Montag, 13. Juni

Heute ist etwas Schreckliches passiert! Aber von vorne: Ich bin nach der Schule wie immer direkt in den Bürcherladen gegangen. Als ich dort ankam, sprach meine Grossmutter aufgeregt mit einem wichtig aussehenden Mann. Ich ging schon einmal in den Laden, um im Büro meine Hausaufgaben zu lösen. Als ich im Büro war, um gerade mit meinen Hausaufgaben loszulegen, fiel mein Blick auf einen Brief. Und als ich ihn las, stockte mir der Atem.

 Es war eine Mahnung! Wenn meine Grossmutter bis Ende Monat nicht zahlen würde, müsste sie den Laden schliessen!!!! Ich wusste, dass der Laden keine Goldgrube war, aber dass es so schlimm war, wusste ich nicht. Als ich meine Grossmutter fragte, wer der Mann war, antwortete sie: “Ach niemand.” Ich sprach sie aber nicht auf die Mahnung an. Ich werde sie morgen fragen.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                    Dienstag, 14. Juni

Ich habe heute Mittag meine Grossmutter als erstes nach der Mahnung gefragt. Sie sagte, dass es wohl nicht gut für den Laden aussehe. Es kämen viel zu wenig Kunden, weil der Laden so versteckt liege. Nun schreibe ich auf meinem Bett und grüble, wie der Laden bekannter werden könnte. Jetzt sollte ich aber schlafen gehen oder es zumindest probieren.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                 Mittwoch, 15. Juni

In der Schule üben wir ein Theaterstück und ein Satz lautet: Am Ende wird immer alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. Das hat mir neuen Mut gegeben. Ich habe überlegt, wie mehr Kunden vom Laden erfahren könnten. Da ist mir die Idee gekommen! Ich bin nach der Schule zum Laden gerannt, um meiner Großmutter davon zu erzählen. Sie fand es super! Ich legte sofort los, um Flyer entwerfen. Morgen werde ich früher in die Schule gehen, um die Flyer auszudrucken und sie am Schuleingang zu verteilen. Nach der Schule werde ich die restlichen Flyer an Strassenlaternen kleben.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                              Donnerstag, 16. Juni

Viele Kinder fanden die Idee toll und versprachen, dass sie mitmachen werden, denn: Es ist eine Schnitzeljagt geplant!! Ich habe auf dem Flyer geschrieben, wann und wo sie startet.

  • Wann: Samstag, 18. Juni, 10 Uhr.
  • Start: Beim Einkaufszentrum.

Der erste Hinweis ist ein Kartenstück, das die Teilnehmenden mitnehmen, um anschliessend den weiteren Hinweisen zu folgen. Unterwegs bekommen sie versteckte Tipps, wo sich der nächste Hinweis befindet. Das Ziel ist der Buchladen. Wenn die Leute schon einmal dort sind, schauen sie sich um und kaufen hoffentlich etwas. An der Eingangstüre klebt ein Schild, das darauf hinweisst, dass der Buchladen Spenden braucht. So, jetzt wird geschlafen! Ich habe morgen ja noch einiges zu tun.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                        Freitag, 17. Juni

Unter den Schüler*innen gibt es kein anders Thema als die Schnitzeljagd. Ich glaube, das wird richtig toll! Meine Hausaufgaben erledigte natürlich im Laden. Danach habe ich alle Bücher schön hingestellt, den Boden gewischt und das Türschild gebastelt. Ich freue mich so auf morgen und bin gespannt, wie viel Geld zusammenkommt.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                    Samstag, 18. Juni

Die Schnitzeljagd ist in vollem Gange. Es sind viele Familien mit Kindern unterwegs. Ich warte im Laden, um die Leute zu begrüssen und sie willkommen zu heissen. Bis es so weit ist, schreibe ich Tagebuch. Es sind überall in der Stadt Kartenteile versteckt und auf dem letze Stück ist ein rotes Kreuz über dem Buchladen eingezeichnet. Die erste Familie kommt!!! Bis später.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                     Sonntag, 19. Juni

Ich war gestern Abend lange im Laden, um aufzuräumen. Danach habe ich alle übrigen Kartenteile eingesammelt und bin anschliessend zu Hause erschöpft ins Bett gefallann. Heute Morgen habe ich bis 11:00 Uhr geschlafen. Als ich gerade losrennen wollte, fiel mir ein, dass meine Grossmutter noch gar nicht alle Abrechnungen hat, da am Sonntag nicht alle Zahlungen verarbeitet sind.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                       Montag, 20. Juni

DAS GELD REICHT!!!!!! Ich bin heute noch vor der Schule in den Laden geradelt, um meine Grossmutter zu fragen, ob wir genügend Geld eingenommen haben. Sie hat daraufhin geantwortet, wir hätten sogar so viel eingenommen, dass es noch für Werbung reicht! Ich bin überglücklich.

Liebes Tagebuch                                                                                                                                                     Dienstag,21. Juni

 Als ich heute Mittag in den Laden gekommen bin, waren schon 5 Kunden dort und liessen sich beraten. Nach der Schnitzeljagd sprach es sich wohl herumg, wie toll dieser Buchladen sei. Nun hat meine Grossmutter viele neue Kunden gewonnen. Ich habe etwas wertvolles gelernt: Am Ende wird alles gut, wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das ENDE.
                                     

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