"Mord im Labor" - Eine Geschichte von Sade El Moudden - Young Circle

«Mord im Labor» – Eine Geschichte von Sade El Moudden

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«Mord im Labor» – Eine Geschichte von Sade El Moudden

Im Chemielabor einer Schule wird der Lehrer Peter Meier tot aufgefunden. Neben ihm liegt eine Flasche Salzsäure, und alles deutet zunächst auf Selbstmord oder einen Streit unter Kollegen hin. Doch Detektiv Mora bemerkt einen ungewöhnlichen Mandelgeruch in einer falsch beschrifteten Chemikalienflasche – ein Detail, das ihn direkt zum wahren Täter führt.

Detektiv Mora wurde heute Morgen wegen eines Mordes im Kanton Schwyz früh geweckt. Der Chemielehrer Peter Meier lag tot im Schullabor.

Als Mora ankam, hatte die Polizei bereits alles abgesperrt. Er ging zu den Polizisten.

«Guten Morgen. Ich bin Detektiv Mora und wurde wegen dieses Mordes gerufen. Könnten Sie mir bitte die Leiche zeigen?», fragte Mora.

«Ja natürlich Herr Mora. Ich bin Liam Gerber. Bitte folgen Sie mir.» Antwortete der Polizist und führte ihn zum Labor. «Hier ist sie. Wir haben nichts berührt, aber wir fanden das hier in den Händen der Leiche». Der Polizist nahm eine leere Flasche aus einer Plastiktüte mit der Beschriftung «Salzsäure».

Der Detektiv betrachte die Flasche. «Salzsäure? Seltsam.» Er hockte sich neben die Leiche und streifte Handschuhe über, bevor er die Leiche berührte. «Keine Verletzungszeichen. Hätten Sie eine Idee, Herr Gerber?», erkundigte sich Mora.

Gerber zuckte mit den Schultern und meinte, als ob es offensichtlich wäre: «Meiner Meinung nach ist es ein Selbstmord. Der arme Kerl war einsam, er hatte keine Frau oder Kinder und ist schon fünfzig. Er hatte keine Hobbys und nur wenige Freunde. Und als wäre das nicht genug, er ertrank in Schulden. Ich wäre auch verrückt geworden.»

Mora betrachtete die Leiche und erkundigte sich: «Was haben die Resultate des Labors ergeben? Irgendeine Spur?»

«Ach ja, hätte ich fast vergessen.» Er nahm eine Akte aus seiner Tasche und reichte sie Mora. «Sie fanden am Tatort Spuren von drei anderen Leuten: einer Lehrerin, einem Schüler und seinem Assistenten.»

Mora öffnete die Akte und überflog sie. «Und wie war die Beziehung zwischen diesen Leuten und dem Lehrer?»

Der Polizist erwiderte nach kurzem Nachdenken: «Ich habe mich ein wenig umgehört. Die Leute erzählten, dass die Lehrerin und Herr Meier keine sehr gute Beziehung hatten, seit Meier den Job bekommen hatte, den sie wollte. Also würde sein Tod ihr etwas bringen.»

Der Detektiv nahm ein paar Notizen und fügte hinzu: «Und der Schüler? Irgendetwas Merkwürdiges?»

«Na ja, Herr Meier gab ihm oft schlechte Noten, aber ihn zu ermorden hätte nichts verbessert», erklärte Gerber.

«Es könnte auch Rache von diesem Schüler sein. Wissen Sie etwas über seinen Assistenten?», fragte Mora.

«Ja, sie verstanden sich angeblich gut, deshalb halte ich ihn nicht für verdächtig», erwiderte Gerber.

«Wo ist der Assistent?» erkundigte sich Mora.

«Er wurde heute Morgen über Meiers Tod informiert, und ist deswegen nicht gekommen. Der Arme muss trauern…», meinte der Polizist.

Mora dachte nach und befahl: «Bringt mir diese Lehrerin, ich will mit ihr sprechen»

Der Polizist nickte und ging. Kurz darauf kam er mit der Lehrerin zurück. «Was wollen Sie von mir? Ich muss meine Klassen unterrichten», entgegnete sie.

«Haben Sie vom Tod von Herrn Meier gehört?», fragte Mora.

Die Lehrerin erstarrte und stotterte, «W-was…? Herr Meier…? Mein Gott… was ist denn passiert…?»

«Er wurde heute Morgen tot gefunden, und alles lässt darauf schliessen, dass es ein Mord war. Ich habe gehört, dass Ihre Beziehung zu Herrn Meier ein bisschen… angespannt war», bemerkte Mora.

«Was…? Unsere Beziehung war zwar nicht die beste… aber ich hätte nie so was getan!», beteuerte sie. 

«Unter uns, sagen Sie mir, wenn Herr Meier was passiert wäre, hätten Sie was zu gewinnen, nicht wahr?», sagte Mora.

«Ja, ich hätte seinen Job bekommen, aber ich würde ihn nie töten…», gab die Lehrerin zu, aber sie sah nicht sicher aus.

Der Detektiv sah ihre Zweifel und nickte. Danach wurde die Lehrerin in ein anderes Zimmer gebracht, um sie zu befragen. Der Polizist kam zurück und stellte fest: «Ich glaube, man kann diesen Fall schliessen. Diese Lehrerin sah gestresst aus, als ob sie etwas getan hätte. Wir werden sie ein bisschen befragen und sie sollte die Wahrheit sagen.»

Der Detektiv nickte, aber er sah nicht überzeugt aus. Plötzlich begann er damit die Flaschen im Labor zu öffnen und an ihnen zu riechen.

«Was machen Sie da? Können Sie nicht einfach die Beschriftung auf den Flaschen lesen?», fragte der Polizist, irritiert.

Mora antwortete nicht und ging schweigend weiter, bis er bei einer bestimmten Flasche stoppte, auf der die Beschriftung «Chlor» stand. Er roch an der Flasche. «Diese Flasche. Es ist kein Chlor.», murmelte er nachdenklich. «Mandelgeruch… sagen Sie mir, Herr Gerber, Sie haben Salzsäure neben der Leiche gefunden, nicht wahr?»

«Ja, warum denn?», erwiderte der Polizist, verwirrt.

«Gut. Gehen Sie den Assistenten holen. Und lassen Sie doch diese Lehrerin gehen, sie muss ja ihre Klasse unterrichten.», ordnete Mora an. Er drehte sich um und betrachte die Notizen von Herrn Meier, die auf dem Tisch lagen.

Der Polizist war verwirrt, machte sich aber auf den Weg. Nach einer Weile kam er mit ihm zurück. «Hier ist er, Herr Mora. Aber ich glaube, dass Sie Ihre Zeit verschwenden.»

Herr Mora ignorierte ihn und drehte sich dem Assistenten zu. «Warum haben Sie Herrn Meier ermordet?», fragte er ruhig.

«Was…? Warum hätte ich das gemacht?», verteidigte sich der Assistent, «Wir waren Freunde!»

«Genau das frage ich mich: warum?», entgegnete der Detektiv, «Die einzige Person hier mit guten Chemiekenntnissen sind Sie.» Er nahm eine kleine Flasche vom Tisch. «Diese Flasche wurde falsch beschriftet. Es steht Chlor drauf, aber sie hat einen Mandelgeruch… Wollen Sie uns etwas sagen?», fragte Mora ruhig.

Der Assistent wurde kreidebleich, bevor er anfing zu schreien: «Es ist seine Schuld! Er hätte sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern sollen! Dieser Kerl wollte mich wegen Plagiats denunzieren!»

«Und Ihre einzige Lösung war ihn zu ermorden?», erwiderte der Detektiv ruhig. «Sie haben die Beschriftung von Zyanid und Chlor ausgetauscht. Als der Lehrer die Salzsäure und das Zyanid gemischt hat, entstand Cyanwasserstoff, was ein äusserst tödliches Gas ist. Sie wussten, dass der Lehrer Sie wegen Plagiats entlassen würde. Ihre Idee war klug, aber Sie hätten die Spuren besser verwischen sollen.»

Mora trat ans Fenster und blickte hinaus, während der Assistent von der Polizei weggeführt wurde.

Er murmelte: «Der Fall ist gelöst, aber Wahrheit erweckt Menschen leider nicht wieder zum Leben.»


                                     

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