Die Kirschblüten die immer wieder im Frühling auftauchen, sind nicht da, aber auch nicht verschwunden… sie existieren gar nicht in diesem Jahr, dem Jahr darauf und den folgenden. Das liegt nicht daran das der Frühling immer heisser wird, es liegt nur daran das es zu wenig Liebe gibt… Denn Liebe ist der Nährstoff, den dieser spezielle Kirschbaum braucht um Blüten zum Blühen zu bringen. Doch nicht einfach eine Romanze, zwischen zwei Menschen… nein die Liebe meiner Familie oder einer von uns muss lieben können… doch das wir am meisten nicht kennen ist Liebe. Unsere Familie hat besser gesagt kein Glück in der Liebe.
«Liebe ist was für Schwächlinge!!! Wir nicht, wir haben nicht einmal ein Herz für Liebe übrig!!», sagt mein grosser Bruder immer. «Wir sind keine Leute, die sich von der Liebe beeinflussen lassen!!! Wir werden nicht weich nur weil wir jemanden beschützen müssen!!!», das sagte mein anderer grosser Bruder zumindest… aber später verliebte er sich ihn ein Mädchen das älter und verschuldet war.
Leider bringt diese Liebe dem Baum auch nichts, sondern nur eine Liebe die auch erwidert wird. Deswegen war alles gut, bis unsere Eltern sich scheiden liessen, dass war schon länger her eigentlich seit ich 3 war. Etwa 13 Jahre sind seither vergangen und die Blüten sind immer noch nicht erblüht. Ich weiss zwar nicht was passieren wird, aber mein Vater sprach immer davon, dass irgendwas Schreckliches passieren wird. Dazu konnte ich nur mit der Schulter zucken und nach draussen schauen.
«Komm Rae!», ruft mein Vater so laut das unser Hund zusammenzuckt und wegrennt. «Ich komm gleich!», rufe ich zurück und packe mein Zeug fertig. Ich stehe auf und laufe mit meinem bepackten, übervollen Rucksack hastig zum Wohnzimmer, die Treppe nach unten, bis ich am Esstisch stoppe und meinen Vater mit fragendem Blick anstarre:
« Was ist?»
«Wir haben ein Problem…», sagt mein Vater mit strengem Blick nach unten, dabei verfinstern sich seine Augen, anders als meine grünen Augen, sind seine braun, dafür hatten wir die gleichen altrosa Haare (aber das war nichts besonderes, weil jeder in der Familie solches Haar hat (nur die Eingeheirateten hatten andere))
«Was für ein Problem?»
«Dein … dein…», mein Vater stotterte.
«Was mein?», frage ich genervt. Aber es kommt nur Stille zurück.
«Sag was ist???!!! Du machst mir Angst!!!», ich werde langsam panisch.
Plötzlich steht mein Vater auf, ich mache mich bereit, um die Antwort zu hören.
«Wir haben vergessen das der Bahnhof gesperrt ist, weil es einen Unfall gab…»
Ich kippe um, schlage den Kopf am Tisch an und lande auf dem Boden.
«Das meinst du nicht ernst?», sage ich entgeistert.
«Leider doch…», sagt mein Vater mit einem ernstem Blick, «keine Sorge du musst nur mit dem Bus zu einem anderen Bahnhof fahren…»
Ich schaue ihn nur entgeistert an und laufe aus dem Haus. Ich sollte mit dem Bus zu einem anderen Bahnhof? Ich habe eigentlich nichts gegen andere Bahnhöfe, aber andere Bahnhöfe, auch fremde Menschen und man konnte sich verlaufen.
Unser Bahnhof war schon immer altmodisch, also komplett anders gebaut.
Normalerweise fahre ich auch nie mit dem Zug, aber ich muss an eine Universität die viel weiter weg ist, als meine vorherige Schule. Dazu gibt es auch ein Wohnheim.
Zum Glück!
Ich gehe zur Bushaltestelle und sitze auf eine Bank. Der Wind weht meine Haare ins Gesicht, die mir etwa bis zur Schulter reichen. Vielleicht auch ein bisschen länger. Ich streiche sie mir aus dem Gesicht. Ich sollte sie wohl zusammenbinden…
Ich schaue nach oben auf den Berg, dort steht der Kirschbaum, der seit Jahren nicht mehr blüht. Seine Blüten waren immer grösser als die der Anderen, auch die Kirschen waren um einiges grösser.
Der Bus hält, ich stehe auf wärend ich meine Haare zu zwei Zöpfen binde. Ich steige ihn den Bus ein und sehe ein bekanntes Gesicht. «Rae!!!», Simera, meine Freundin die ich seit 6 Jahren kenne, steht auf und springt praktisch auf mich, um mich zu umarmen. Ich fange sie zum Glück und wir Umarmen uns fest.
Später setzen wir uns auf zwei Plätze, unterhalten uns so lange bis wir beide austeigen müssen. «Tschüss! Bis bald und viel Glück», schreit sie mir noch hinterher.
«Dir auch!!», schreie ich zurück, dann drehe ich mich um und gehe.
20min später…
Mist mist mist mist, ich habe mich verlaufen. Warum muss dieser Bahnhof auch so gross sein! Mist! Ich schmeisse eine leere Plastik-Flasche in einen Mülleimer.
«Hey!», sagt eine männliche Stimme, « Was denkst du was du da tust? Man schmeisst nicht Abfall auf andere Leute!»
«Seit wann können Mülleimer sprechen?», ich schaue nach unten und sehe in eisblaue Augen. Ein Junge etwa so alt wie ich sitzt auf einer Bank, mit meiner Plastik-Flasche in der rechten Hand und mit einem wütendem Blick: «Mülleimer? Willst du mich veräppeln?»
«Äh… ich hab dich wirklich für einen Mülleimer gehalten…tut mir leid…», sage ich schüchtern zurück, mit gesenktem Blick. Der Junge hält den Kiefer so weit nach unten, dass eind ganze Zitrone ohne Problem reinpasst.
«Das meinst du nicht ernst?», sagt er schockiert.
«Äh…Doch…», sage ich mit ernstem Bick.
Wir starren uns an ohne, dass ein Wort fällt, bis ein Junge mit blonden Haaren und meer- blauen Augen kommt. In der linken Hand einen Café, in der anderen eine Limo.
«Was ist los Kyrian?», sagt er zum Jungen vor mir. Dieser Kyrian steht auf und streicht seine schwarzen Haaren nach hinten. Erst jetzt merke ich, dass ich zu sehr seiner Bewegung mit meinem Blick folge. Mein Herz klopft zu schnell, um normal zu sein.
Ich strecke meine Hand aus, warte darauf, dass er mir die Flasche gibt. Wir starren uns wieder an, etwa 2min. Bis ich es nicht mehr aushalte und sage: « Gib mir einfach die Flasche, ich werfe sie in den richtigen Mülleimer und dann sehen wir uns nie wieder!?»
Er gibt mir die Flasche, der Wind weht meine Haare auf. Mein Herz klopft noch wilder, und ich sehe wie Kirschblüten an mir vorbeifliegen. Was? Wie? In dieser Region gibt es keine Kirschbäume, der einzige… Was!? WAAAAAAS?!!?
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