"Ich warte auf dich" - Eine Geschichte von Sascha Nikolaeva - Young Circle

«Ich warte auf dich» – Eine Geschichte von Sascha Nikolaeva

Member Stories 2026

«Ich warte auf dich» – Eine Geschichte von Sascha Nikolaeva

Lara zieht voller Hoffnung in ein neues Haus nahe ihrer Universität. Anfangs scheint alles perfekt, doch schon bald hört sie seltsame Stimmen und fühlt sich beobachtet. Was sie zunächst für Einbildung hält, entwickelt sich langsam zu einer unheimlichen Bedrohung. Als Lara schliesslich erkennt, dass sie nicht allein ist, ist es bereits zu spät – und ihr Tod hinterlässt mehr Fragen als Antworten.

Ein Jahr bevor Lara starb, zog sie in ein schönes Haus in der Nähe ihrer Universität.

Am Anfang wirkte alles perfekt. Doch dieses perfekte Leben würde nicht für immer so bleiben, wie es sich Lara dachte.  

Seit ihrem Einzug in das Haus, begann Lara leise Stimmen zu hören. Am Anfang dachte sie, sie würde sich das Alles nur einbilden und sie würde bald weggehen. Und sie hatte recht, die Stimme verschwand. Doch, wer hätte gedacht, dass diese leise Stimme, Laras Leben retten könnte.

Laras ersten Tage an der Universität verliefen ganz ruhig. Eines Tages, als sie auf dem Weg nachhause war, traf sie zufällig ihren alten Kindheitsfreund, Luka. Lara war mit ihm aufgewachsen und sie waren unzertrennbar. Doch als die Schule anfing, trennten sich ihre Wege auch wieder.

«Ich fass es nicht! Lara?», Luka und zog seine Augenbrauen hoch. « Luka! Mensch, bist du gross geworden! Wie geht’s dir?» Lara drückte Luka fest die Hand. « Mir geht’s gut, danke. Und dir?» « Mir geht’s auch gut. Treibst du jetzt wieder mit Autos, oder hast du es dir doch anders überlegt und hast den Laden deines Vaters übernommen?». Luka war seit der Kindheit ein grosser Fan von Autos und machte sein Hobby später zum Beruf. «Ja, ich habe jetzt meinen eigenen Autoladen aufgemacht. Denn Laden meines Vaters hat mein älterer Cousin übernommen. Und was treibst du jetzt so?», erkundigte sich Luka.

« Ich gehe an die Universität, hier in der Stadt und treffe mich manchmal mit Freunden.» Die beiden unterhielten sich noch für eine Weile, mussten dann aber weiter gehen. Als Lara erschöpft nachhause kam, die Tür in ihr Haus aufschloss, die Schuhe in die Ecke geworfen hat und sich danach aufs Bett fallen liess, atmete sie einmal tief durch. Was für ein anstrengender Tag, dachte sie. Sie starrte für eine Weile auf die Decke, stand dann auf, zog sich um und machte es sich auf dem Sofa im Wohnzimmer gemütlich. Mit einem heissen Tee und einer ihrer Lieblingsfilme genoss sie den Abend. Etwa in der hälfte des Films, hörte Lara eine ganz leise Stimme. « Du musst hier weg.» Lara schaute sich um. Sie lauschte für einen Moment hörte aber nichts mehr. Komisch, dachte sie. War bestimmt, bloss ein Teil aus dem Film. Langsam fielen ihr ihre Augen zu. Etwa um Mitternacht, war Lara aufgewacht. Sie träumte von einer gruseligen Gestalt die sie spacken wollte. Schnell riss Lara ihre Augen auf. Ihr Herz pochte und Schweisstropfen topften von ihrer Stirn. « Beruhig dich Lara. Das war bloss ein Traum, oder?» Sie war bestimmt nur müde und halluzinierte ein bisschen, deshalb räumte sie ihre leere Teetasse vom Tisch und ging auf ihr Zimmer. Sie kroch unter die Decke und versuchte ein zu schlafen, aber sie konnte einfach nicht. Der Wind wehte leicht, draussen waren kaum Autos zu hören und in Laras Nachbarschaft schliefen bestimmt schon alle. «Es reicht», sagte sie. Sie setzte sich auf, nahm ein Buch vom Nachttisch und begann zu lesen. Immer wieder blätterte sie eine Seite weiter und lass ein weiteres Kapitel. Als Lara beim zweitletzten Kapitel war, sah sie aus dem Augenwinkel eine, in schwarz, gekleidete Gestalt. Es war fast die genau gleiche Gestalt wie von ihren Träumen. Wenn sie ihren Blick dort hinrichtete, verschwand die Gestalt.

Am nächsten Morgen war Lara sehr aufgelöst und fertig, ging aber trotzdem zur Universität. Zuhause fühlte sie sich momentan nicht sehr wohl. Nach einem warmen Kaffee hatte Lara einen klareren Kopf. Als sie aus der Uni raus ging und zu ihrem Fahrrad lief, blickte sie nach vorne und sah Jemanden zwischen den Bäumen und dieser Jemand, verhielt sich äusserst merkwürdig. Lara dachte sich dabei nichts, setzte sich aufs Fahrrad und fuhr nachhause. Sie stellte ihr Fahrrad vor dem Haus ab, fischte ihren Hausschlüssel aus der Tasche und machte die Haustür auf. In diesem Augenblick, als sie die Tür öffnete, merkte sie das etwas nicht stimmte. Sie war nicht alleine im Haus, sie konnte das deutlich spüren. Langsam schloss sie die Tür hinter sich, schlich in den Gang und schaute sich um. Niemand war da. Sie sah sich im ganzen Haus um. Als sie auf ihr Zimmer ging, spürte sie auf einmal, wie sie Jemand beobachtet. Hinter ihr stand Jemand.  Langsam drehte sich Lara um. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, die Augen voller Angst. Sie drehte sich um und sah eine grosse schwarze Gestalt. Lara konnte nicht erkennen wer es war, denn im Zimmer war es auf einmal Stockdunkel. Die Gestalt lief langsam auf Lara zu. Lara wollte sich umdrehen und wegrennen, um Hilfe zu holen, aber sie war, wie am Boden festgeklebt. Die Gestalt lief auf Lara zu und sie bekam immer mehr Panik. Lara atmete zitterig und auf einmal packte die Gestalt sie an ihrem Pullover und hielt sie hoch. Sie holte langsam ein Messer aus der Jackentasche. Der Griff, um Laras Pullover wurde fester und im selben Moment, stach die Gestalt mit ihrem Messer, in Laras Hals. In ihren Augen war endlose Traurigkeit, Angst und Schmerz zu sehen. Die Gestalt nahm das Messer aus Laras Hals und betrachtete es. Darauf glänze das rote Blut. Mit einem letzten Blick auf Lara, verschwand die Gestalt, als wäre sie nie hier gewesen. Einundeinhalbtage, lag Lara so in ihrer Wohnung, bis ihre Nachbarin ihr einen Besuch abstattete. Sie hatte Lara schon längere Zeit nicht mehr gesehen. Weil Lara die Tür nicht auf machte, öffnete die Nachbarin ihr Haus mit ihrem Zweitschlüssel. Als die Nachbarin schreiend aus Laras Haus rannte, weil sie die Leiche bemerkte, rief sie sofort die Polizei.

Die Polizei durchsuchte das ganze Haus, hatten aber keinen einzigen Hinweis für den Mörder gefunden. Bis sie auf einen mehrfachzusammengefalteten Zettel stiessen der auf Lara lag. Der eine Polizist nahm ihn in die Hand, faltete ihn auf. « Ich warte auf dich.». Die Polizei nahm den Zettel als einziges Indiz auf. Aber es gab noch einen. An Laras Handgelenk, hatte sie ein schwarzes Armband. Genauso eins, hatte Luka an seinem Handgelenk, als er Lara begegnet war.  


                                     

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