"I was never alone" - Eine Geschichte von Aline Kaufmann - Young Circle

«I was never alone» – Eine Geschichte von Aline Kaufmann

Member Stories 2026

«I was never alone» – Eine Geschichte von Aline Kaufmann

Als Scarlett anonyme Nachrichten erhält, glaubt sie zunächst an einen schlechten Scherz. Doch die Botschaften werden persönlicher, bedrohlicher – bis ihre Angst sie völlig lähmt. Als sie am nächsten Morgen glaubt, alles sei nur ein Albtraum gewesen, entdeckt sie im Spiegel eine Nachricht, die beweist: Der Albtraum hat gerade erst begonnen.

Ich starrte auf mein Handydisplay. Die Buchstaben begannen zu verschwimmen. Ich blinzelte mehrmals. Das konnte nicht wahr sein!

Ich beobachte dich.

Meine Hände zitterten, meine Brust bebte, mein Atem ging schneller. Das war die fünfte Nachricht diese Woche und alle von Anonym.

Ich rannte los. Der kühle Herbstwind wehte mir um die Ohren. Meine Seiten schmerzten, ich konnte kaum mehr atmen, doch ich rannte weiter. Als ich bei meiner Haustür angekommen war, öffnete ich sie so schnell wie möglich. Ich schloss direkt hinter mir ab und verriegelte alle Fenster und Türen. Mein Handy vibrierte wieder – Anonym. Mit zitternden Fingern öffnete ich die Nachricht. Panik durchflutete meinen ganzen Körper, mein Herz raste. Diesmal war es ein Bild von meinem Haus. Ich verkroch mich unter die Bettdecke und rief meine beste Freundin Tiffany an.

«Hi Scar.», lallte sie ins Telefon. Im Hintergrund hörte ich Partygeräusche. Ich wusste

sofort, dass sie betrunken war.

«Tiffany, ich habe schon wieder eine anonyme Nachricht bekommen, dazu ein Bild von

meinem Haus. Ich habe Angst.»

«Ach komm, übertreib doch nicht.» Eine Träne lief meine Wange runter. Dann begann ich

leise zu weinen. Tiffany bemerkte es nicht mal.

«Kommst du, Baby?», fragte ein Typ im Hintergrund.

«Ich komme.», antwortete Tiffany, «Sorry Girl, ich muss auflegen.» Ich wollte mich gerade verabschieden, da hatte sie auch schon aufgelegt. Ich schaltete mein Handy aus und weinte mich in den Schlaf.

Mitten in der Nacht wurde ich von meinem klingelnden Handy geweckt. Verschlafen schaute ich auf die Uhr: 03:08 Uhr. Ich nahm mein Handy in die Hand und sah, dass es ein anonymer Anruf war. Mein Atem stockte. Das Handy fiel mir aus der Hand, ich traute mich nicht, den Anruf anzunehmen. Es klingelte immer noch, als eine neue Nachricht ankam.

Nimm ab!

Ich schloss die Augen und drückte auf den grünen Knopf.

«Hallo Scarlett. Oder darf ich dich Scar nennen, wie deine Freundin gestern Abend am Telefon?», erklang eine tiefe Stimme aus dem Lautsprecher.

«Hallo? Bist du noch da?», fragte die Stimme wieder.

«W- wer ist da?»

«Dein schlimmster Albtraum.» ein psychopatisches Lachen erklang. Dann wurde aufgelegt. Meine Hand zitterte so fest wie noch nie. Meine Sicht verschwamm und ich konnte nicht mehr atmen. Es fühlte sich so an, als würden tausende von Nadeln in meine Lunge einstechen.

Den ganzen nächsten Tag traute ich mich nicht aus meinem Bett. Ich ass nichts, trank nichts, tat gar nichts ausser an die Decke zu starren. Es könnten die letzten Minuten sein, die ich noch hier auf der Welt verbrachte und ich tat einfach nichts?

Doch ich konnte mich nicht bewegen. Die Angst lähmte meinen ganzen Körper. Mein Mund war komplett ausgetrocknet.

 Ich musste aufstehen, weil ich es ohne Wasser nicht mehr aushielt. Ich lief zur Tür. Als ich die Tür öffnete, hörte ich ein lautes Geräusch. Ich schreckte hoch und befand mich wieder in meinem Bett. Ich hörte meine Eltern, die unten zusammen redeten. Mein Wecker lag neben dem Bett auf dem Boden. Ich musste ihn wohl weggeschlagen haben. Ich dachte über den Albtraum nach, den ich hatte. Ich träumte, dass ich einen Stalker hatte. Aber egal, es war ja nur ein Traum. Ich ging ins Badezimmer und sah meinen roten Lippenstift offen am Boden liegen. Ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich ihn das letzte Mal benutzt hatte. Es war schon ewig her. Seltsam. Wieso war er jetzt auf dem Boden?  Ich schaute in den Spiegel. Träumte ich immer noch? Dort stand etwas mit rotem Lippenstift. Meinem Lippenstift.

ES IST NOCH NICHT VORBEI!


                                     

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