Niemand weiß wer ich bin.
Jane
Seit einer Woche wohne ich hier in Manhattan für meine neue Arbeit als Polizeidetektiv.
Ich ging zum Aufzug und stieg ein. Als sich die Türen schlossen, drückte ich den Knopf mit der Nummer 34.
Als ich bei der 34. Etage ausstieg, sah ich drei Männer. Der in der Mitte war Evan Blackwell, mein Boss. Der Mann rechts ist sein Assistent, Devin. Und der links? Ich hatte nicht richtig Zeit gehabt ihn genau anzuschauen. Aber der Linke rief meinen Namen: „Jane“
Ich schaute ihn an. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
„Lorenzo. Was machst du hier?“
„Ich arbeite hier.“
Evan unterbrach uns: „Kennt ihr euch schon?“
„Ja“, antwortete ich sprachlos.
„Das ist schön. Dann könnt ihr jetzt schon anfangen zu arbeiten.“
Evan ist auf jeden Fall keine gastfreundliche Person. Der Typ lächelte nie und zeigt nie seine Gefühle zu anderen. Egal, hatte ich eh nicht erwartet. Er hatte mich nicht mal begrüßt.
Lorenzo kannte ich aber aus der Vergangenheit. Die Sachen, die ich vergessen wollte, kamen wieder hoch.
Er machte mir ein Handzeichen ihn zu folgen und er führte mich zu unserem privaten Büro. Sehr unüblich, dass Polizeidetektive ein privates Büro bekamen, dachte ich.
Ich schaute ihm tief in die Augen. Und er mir. Die ersten Minuten waren wir still und nutzten die Zeit, um zu verarbeiten, dass wir jetzt Arbeitskollegen waren. Für mich fühlte es sich surreal an. Ich wusste nicht, worüber er dachte.
Er unterbrach mein stiller Gedanke und fing an ein Fall auszupacken.
Wie konnte er unsere Situation ignorieren.
Lorenzo
Wir arbeiteten den ganzen Morgen nicht weil wir uns die ganze Zeit anschauen mussten. Ich ging aus dem Büro raus. Mein Ex-Arbeitskollege, Jayden lief zu mir. Ich schaute ihn nicht an, weil ich nicht meine Gefühle zeigen wollte.
„Und wie ist sie so?“
Mein Boss hatte mir ihren Namen aus irgendeinem Grund nicht gesagt. Ich wollte ihm nicht verraten, dass ich sie schon lange kannte. Dass sie besser war als ich, dass sie mich überall schlagen konnte. Eigentlich bin ich der aus allem ein Wettrennen gemacht hatte. Ich wollte es nicht zugeben. Ich versuchte immer besser zu sein als sie. Jeder mochte sie, aber ich hatte nie verstanden warum.
Ich kannte sie nur für ihren starken Kampfgeist und Perfektionismus. Sie hatte die besten Noten. Jetzt musste ich mit dem klarkommen. Wir hatten uns nie beleidigt. Ich hasste sie im stillen Gedanken. Wahrscheinlich hassten wir uns beide gegenseitig.
„Erde an Lorenzo, geht’s dir gut?“
„Sorry. Ähm, ja sie… sie ist cool“
„Du meinst hübsch.“
„Sorry dich zu unterbrechen, aber ich muss zurück gehen“
Ich verließ ihn und ging zurück zum Büro, ich wollte nicht weiterhin da ein gehen. Natürlich war sie hübsch.
Jane arbeitete fleißig an unser Fall. Wir hatten monatelang versucht diesen Fall zu lösen. Aber wir hatten aufgegeben.
„Willst du zu mir kommen und arbeiten? Ich kann mich zu Hause besser konzentrieren“, fragte sie mich.
Ich war verwundert, aber ich wollte nicht so klingen. Ganz ehrlich ich wusste nicht mal, ob ich kommen wollte.
„Ja, gerne.“
„Sollen wir jetzt gehen? Ich habe keinen Bock mehr“, lächelte sie.
Ich konnte nicht nein sagen. Sie wusste nicht, dass dieses Lächeln mich auseinandernahm. Ich nahm die Einladung an und führte meine Hände in die Hosentaschen.
Jane fing an ihre Sachen zu packen und ich schaute sie dabei an. Und ja hübsch war sie auf jeden Fall.
Aber sie war nichts für mich, oder?
Wir stiegen in ihrem Auto ein und sie fuhr uns zu ihrem Wohnort. Wer hatte schon ein Auto in Manhattan dachte ich mir. Nur Menschen mit viel Geld konnten sich ein Auto in dieser Großstadt leisten.
Mit Wohnort meinte ich eine Wohnung, nicht ein Penthaus in einem Skyscraper. Aber natürlich warum würde sie in einer normalen Wohnung wohnen. Ich habe zwar auch viel Geld aber sie und ihre Eltern hatten wahrscheinlich 10-mal mehr Geld als ich.
Wir waren beide auf demselben internationalen Internat. Ein Elite Internat. Nur die reichsten Menschen konnten sich die Kosten leisten.
Als wir ankamen, zogen wir unsere Mäntel aus.
Jane ging zur Küche und fing an einen Cocktail zu machen. Sie schaute mich an und lächelte einfach.
„Weißt du ich habe dich damals gehasst“, sagte ich.
„Ich dich auch.“
„Warum? Du warst doch immer besser als ich.“
„Ja aber…“
„Aber?“
„Aber…ich hatte sehr strenge Eltern, Lorenzo. Sie wollten, dass meine Noten die besten sind. Du weißt nicht, dass ich nicht gerne an diesen Jahren zurückdenke. Ich war wertlos für ihnen.
Sie gaben mir das Gefühl, dass ich nicht genug war.
Ich hatte so viel Druck. Ich war die Beste war, musste ich härter und härter arbeiten. “
Ich wusste nicht, dass sie so war und dass sie daran so gelitten hatte. Ich bin so ein Idiot. Warum mache ich immer Vorurteile.
„Ich wusste es nicht.“
„Wie hättest du´s wissen können?“
Ich zeigte auf dem Tisch und versuchte das Thema zu wechseln:
„Liest du die New York Times?”
„Ja immer”
„Es gibt aber seit Monaten dieselben Schlagzeilen. Kennst du UNTITLED?“
„Ja, natürlich“
„Denkst du, dass er seine Identität irgendwann mal verraten wird?“
„Ich glaube nicht.“
„Ich bin ein großer Fan von ihm und ich finde, dass er viel Talent hat.“
Sie hörte mich aufmerksam zu und wir liefen mit unseren Getränken zum Esstisch.
„Sind das deine Zeichnungen?“, ich zeigte auf dem Esstisch.
Sie erschrak und beeilte sich die Zeichnungen wegzuräumen. Ich nahm ihr aber die Zeichnungen aus der Hand. Jane war viel kleiner als ich und konnte sich die Zeichnungen nicht zurücknehmen.
„Wow“
Sie antwortete nicht.
Aber plötzlich ging mir die Luft aus. Ich kannte diese Zeichnungen. Ich schaute sie geschockt an. Diese Designs, ich… kannte sie.
„Du bist…!“
Sie schaute runter.
„Jane…ich kenne diese Designs. Ich habe diese Mode Shows angeschaut!“
Jane
Ich dachte, dass es unmöglich wäre, dass jemand vermuten konnte, dass ich es bin. Jeder dachte, dass UNTITLED ein Mann war. Und ja UNTITLED ist eine Frau und nicht ein Mann. Und ja ich bin UNTITLED.
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