Amy freute sich, als sie an diesem Morgen aus ihrem Bett stieg, denn heute war es endlich so weit: Sie ging mit ihrer Klasse ins Skilager. Allein der Gedanke daran machte sie glücklich. Eine ganze Woche schulfrei und eine Woche mit all ihren Freundinnen und Freunden, es konnte kaum etwas Besseres geben. Doch es gab noch einen weiteren Grund, warum Amy sich so freute. Vielleicht würde sie diese Woche in der gleichen Skigruppe sein wie Emil, den sie schon seit einiger Zeit großartig fand. Die beiden waren nämlich noch nie auf Skiern gestanden und würden deshalb wahrscheinlich beide in der Anfängergruppe landen. Amys Eltern hatten sich Skiferien früher nie leisten können, deshalb hatte sie noch nie die Gelegenheit gehabt, Ski zu fahren. Jetzt sollte sie es endlich lernen und vielleicht sogar zusammen mit Emil. Er war zwar erst seit einem halben Jahr in ihrer Klasse, aber Amy hatte ihn vom ersten Tag an interessant gefunden. Viel miteinander gesprochen hatten sie noch nicht, denn Emil wirkte manchmal etwas zurückhaltend. Trotzdem hoffte Amy, dass sie im Skilager mehr Zeit miteinander verbringen würden. Doch lange konnte sie nicht weiter darüber nachdenken, denn plötzlich rief ihre Mutter von unten, sie solle jetzt kommen, sonst kämen sie noch zu spät. Amy schnappte sich schnell ihren Rucksack und rannte die Treppe hinunter, denn zu spät kommen wollte sie auf keinen Fall. Am Bahnhof angekommen waren schon fast alle da, und Amy ging sofort zu ihren Freundinnen hinüber. Die Stimmung war voller Vorfreude. Alle redeten durcheinander, lachten und erzählten, wie gespannt sie auf die Woche waren. Die Zugfahrt verging wie im Flug, und schon bald kamen sie in einem kleinen, idyllischen Bergdorf in den Schweizer Alpen an. Amy schaute sich erstaunt um, denn es war erstaunlich warm und überall war es grün. Eine ihrer Freundinnen fragte ungläubig, ob sie hier wirklich Ski fahren würden. Doch als sie später mit dem Bus weiter den Berg hinauffuhren, änderte sich die Landschaft langsam. Die Wiesen verschwanden, und immer mehr Schnee tauchte auf. Bei ihrer Unterkunft angekommen, stellten sie zuerst ihr Gepäck ab und zogen ihre Skikleidung an, denn gleich danach wurden die Gruppen eingeteilt. Amy hielt kurz den Atem an, und tatsächlich Emil war in ihrer Gruppe. Er war sogar der einzige Junge. Amy hatte das Gefühl, dass ihm das ein wenig unangenehm war, denn viele seiner Freunde waren bereits gute Skifahrer und in den fortgeschrittenen Gruppen. Nach und nach fuhren alle Gruppen mit dem Lift den Berg hinauf. Oben angekommen mussten sie sich zuerst aufwärmen, was bedeutete, in Skischuhen zu rennen. Das war richtig unangenehm, denn die Schuhe drückten von allen Seiten, und jeder Schritt fühlte sich seltsam an. Amy verzog das Gesicht, doch als sie zu Emil hinüberschaute und sah, wie unbeholfen er lief, musste sie lachen und vergaß für einen Moment sogar die Schmerzen in den Füßen. Dann war es so weit, sie gingen zum Bügellift. Emil schaute sie an und fragte, ob sie zusammen auf den Lift gehen wollten. Amy spürte, wie ihr Herz schneller schlug, und natürlich sagte sie ja. Während der Fahrt begannen sie zu reden, zuerst über das Skifahren, dann über die Schule, ihre Hobbys und darüber, wie ungewohnt diese riesigen Berge waren. Amy fühlte sich von der ersten Sekunde an wohl, alles andere schien plötzlich unwichtig zu sein, und sie hatte das Gefühl, als würde sie auf Wolke sieben schweben. Oben angekommen zeigte ihnen der Skilehrer die ersten Übungen: bremsen, Kurven fahren und vor allem versuchen, nicht hinzufallen. Doch genau das passierte ihnen ständig. Amy fiel, Emil fiel, manchmal sogar beide gleichzeitig, aber jedes Mal mussten sie lachen. Sie halfen sich gegenseitig auf, motivierten sich und versuchten es einfach noch einmal. Genau diese Momente machten die Tage auf der Piste so besonders. Am Abend im Zimmer erzählte Amy ihren Freundinnen alles und konnte gar nicht mehr aufhören zu reden. Immer wieder musste sie an Emil denken. Eine ihrer Freundinnen sagte lachend, dass Amy die ganze Zeit grinse, und Amy wurde ein wenig rot, konnte es aber nicht leugnen. Jeden Abend gab es im Lager ein Programm. Einmal machten sie eine Olympiade mit verschiedenen Spielen, und Amys Team gewann sogar, doch eigentlich war ihr das gar nicht so wichtig, denn für sie war das Beste einfach die Zeit mit Emil. Die Woche verging unglaublich schnell, viel zu schnell. Als Amy am Freitagmorgen aufwachte, konnte sie kaum glauben, dass es schon der letzte Tag war. Heute würden sie zum letzten Mal gemeinsam auf der Piste stehen. Nach dem Frühstück mussten sie zuerst die Unterkunft putzen, alle halfen mit, auch wenn niemand wirklich Lust darauf hatte. Danach ging es ein letztes Mal auf den Berg. Amy genoss jede einzelne Abfahrt, den Schnee unter den Skiern, das Lachen mit der Gruppe und natürlich die Zeit mit Emil. Bei der letzten Abfahrt fuhren sie nebeneinander den Hang hinunter, die Sonne schien und der Schnee glitzerte, und Amy dachte nur, dass sie wollte, dass dieser Moment nie endet. Doch irgendwann standen sie wieder unten, und kurz darauf saßen alle im Bus zurück zum Bahnhof. Amy schaute aus dem Fenster auf die Berge, die langsam kleiner wurden. Ihr erster Gedanke war, dass jetzt alles wieder zurück zum Alltag ging Schule, Hausaufgaben und normale Tage. Und sie fragte sich leise, ob diese Woche einfach nur eine wunderschöne Erinnerung bleiben würde oder ob vielleicht doch etwas davon im Alltag weiterleben würde.
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