Boom. Boom. Boom. Ich wurde von einem lauten Boom von meiner Haustür geweckt. Die Uhr zeigt mir, dass es halb zwölf war. Am 30. Oktober. Ein Tag vor Halloween. Ich laufe zur Haustür in der Ein-Zimmer-Wohnung, die ich mit meinem Mann und meiner 6 jährigen Tochter teile. Ich öffne die Tür und sehe, dass ein Brief auf der Türstufe liegt. Auf dem Brief steht «Meine Kirche».
Ich schaue mich um und sehe niemanden. Ich schließe die Tür und öffne den Brief. Unter dem Mondlicht lese ich den Brief. “DU! DU HAST MEINE KIRCHE GENOMMEN!!! ICH WARNE DICH, ÜBERLASS SIE MIR. ICH GIB DIR BIS MITTERNACHT AM 31. OKTOBER! MORGEN! SONST WIRST DU FÜR DEIN GANZES LEBEN ALLES BEFÜRCHTEN! WENN DU SIE MIR GIBST LASS ICH DICH IN RUHE! ICH ERWARTE DICH UM 24 UHR GANZ OBEN BEI DER KIRCHE, MIT DEN SCHLÜSSELN. NIMM MEINE WARNUNG ERNST UND SAG NIEMANDEM ETWAS VON MEINEM BRIEF. DEIN GRÖßTER ALBTRAUM.» Murmele ich vor mich hin.
Ich habe die alte Kirche auf dem Hügel erst vor einer Woche gekauft, in der Hoffnung, sie zu renovieren. Die ehemaligen Besitzer haben sie aufgegeben, weil sie immer am 31. Oktober sehr komische Sachen mitbekommen haben. Komisches schreien vom obersten Stock in der Kirche. Wasser überall. Bewegende Chandelier. Kerzen, die immer anzünden und ausgehen. Unbeschreibliche komische Warnungen, in sehr komischen Briefe. Und das Schlimmste? Die rot gelben Augen, die immer alles beobachten.
Am nächsten Morgen ziehe ich meinen Mantel an und laufe zu dem ehemaligen Besitzer der Kirche und sagte ihm alles. Er sagt, dass er nichts wisse und mir nicht helfen könne. Dann ging ich wieder und laufe durch die Stadt. Überall stehen Bilder von einem Mädchen, das am 31. Oktober vor 100 Jahren gestorben ist. Sie war die Enkelin vom Mann, der die Kirche gebaut hat.
Jetzt, mit einer neuen Angst, die in mir herauf kroch, lief ich schnell nach Hause. Zuhause tue ich so, als wäre alles normal. Als ich das Abendbrot vorbereitet habe, fand ich noch einen Brief im Brotkorb. Dieselbe Handschrift, dieselbe Nachricht, dieselbe Angst. Ich habe mich entschieden, zur Kirche zu gehen um zu sehen, was hier vorging. War das ein Witz? Ein Halloween-Streich? Oder war es ernst? Das musste ich jetzt herausfinden.
Um halb zwölf abends schleiche ich mich aus dem Haus ohne die Schlüssel der Kirche und klettere den Hügel hinauf zur Kirche. Als ich die Kirche erreiche, merke ich, dass es eine rabenschwarze Nacht ist mit einem gelblich-greulichen Vollmond. Und im Glockenturm der Kirche gab es ein sehr komisches Licht und einen flackernden Schatten, der dort war, aber immer wieder verschwand, als wurde etwas immer hin und her teleportiert. Jetzt wusste ich, dass das kein Witz war.
Ich atme einmal tief ein und bereite mich vor, für die Kirche zu kämpfen, was auch immer auf mich warten mag.
Ich schleiche über den knarrenden Boden der Kirche und steige alle 120 Treppenstufen hinauf bis zum Glockenturm. Als ich oben ankomme, muss ich erstmal die Kerze anzünden, die sich von selbst ausgelöscht hat. Ich schaue durch das Zimmer und sehe, dass es 23:59 Uhr ist. Ich habe noch eine Minute mich vorzubereiten. Mein Blick gleitet zum Fenster und zum Baum der neben der Kirche wuchs. Dann zuckte ich zusammen, der Baum starrte mich an. Und mit rot-gelblichen Augen. Vor Schreck stolpere ich über meine eigenen Füße. Ich laufe zur Tür, aber die fällt ins Schloss und schließt. Hinter mir kam eine sehr kleine Stimme, aber sie war scharf und schwankend. “D..Du B..Bis..Bist G…Gekomm..Gekommen.”
Ich drehe mich herum, und hinter mir steht ein Geist. Ich starre ihn an und erkenne ihn. Es war das Mädchen. Die Enkelin des Baumeister der Kirche. Und sie hat rot-gelbliche Augen.
“Du!!!!” schrie ich. “Du verfolgst mich schon den ganzen Tag! Und du hast mir die Briefe gegeben! Du mit deinen schrecklichen Augen!” Ich schnaufe wie ein Raubtier, voller Hass, Angst und Bewunderung. “Warum?”
Das Mädchen antwortet. “Es tut mir so leid, aber ich kann nicht anders. Ich heiße Madeleine und ich bin vor 100 Jahren gestorben. An diesem Tag, in dieser Kirche, in diesem Glockenturm. Mein Geist muss für immer in dieser Kirche bleiben.”
Der Geist, Madeleine, erklärte mir das, am Tag, an dem die Kirche eröffnet wurde, starb sie. Weil sie die Erste war, die im Kirchenkeller begraben wurde, musste ihr Geist für immer bei der Kirche bleiben, solange sie noch stand.
Am nächsten Morgen, als ich erwachte, genoss ich die 3 Sekunden Ruhe, bis sich mein Hirn an alles von gestern Abend erinnerte. Ich stehe blitzschnell auf und laufe zum Bürgermeister. Ich erzähle ihm alles und sage ihm sofort, dass ich ein Versprechen mit einem Geist gemacht habe. Ich habe Madeleine versprochen, dass ich so schnell wie möglich die Kirche neu bauen werde. Der Bürgermeister glaubte mir sofort und sagte, dass er sich darum kümmern werde.
1 Jahr später steht die neue Kirche auf dem alten Hügel. Ich und meine Familie standen und starrten die wunderschöne Kirche an. Heute, am 31. Oktober, ist die Kirche neu eröffnet, nach einem langen Jahr voller Umbauten. Als ich und der Bürgermeister die neue Kirche eröffneten, kam ein Schreien von meinem Mann.
“Hilfe, meine Tochter lebt nicht mehr!” Für mich zerbrach gerade die ganze Welt.
Wir begruben Sie neben der Kirche, sobald wir fertig waren, gab es plötzlich einen mysteriösen Luftzug. Als würde ein Geist herum fliegen. Anschließend erklang vom obersten Stock der Kirche ein Lachen, so wie meine Tochter gelacht hat.
Mal schauen, was in 100 Jahren passiert. Denn es gibt manche Flüche, die einfach immer bleiben und sich wiederholen. Ich werde einen Brief unter eine Planke vom Holzboden stecken und alle Wahrheiten des Fluchs reinschreiben. Vielleicht sollte es hier einfach keine Kirche geben. Das ist ein Problem für die Person, die meine Tochter in 100 Jahren treffen wird. Hoffentlich ist sie nett.
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