Als ich an jenem Tag in einen alten Antiquitätenladen hineinlief, erblickte ich eine
verrostete alte Uhr. Sie fing sofort meinen Blick ein, und im nächsten Moment kaufte ich
sie mir. Die Frau an der Theke meinte zu mir, ich solle achtsam mit dieser Uhr sein, und
sie würde mir Grosses schenken.
Im nächsten Moment lief ich aus der Tür des alten Antiquitätenladens. Ich schaute in
den blauen Himmel und spürte, wie der Wind durch meine Haare wehte. Ich schaute auf
die verrostete, aber wunderschöne Uhr herab, die in meiner Ledertasche war. Sie
funkelte schon in meiner Tasche. Ich nahm sie aus meiner Tasche und betrachtete sie
genauer im Sonnenstrahl und erkannte, dass sie im Jahre 1926 hergestellt worden war.
Nach genauer Betrachtung fand ich eine kleine Einritzung auf der Uhr. Ich las:
„Ich werde dich für immer lieben. John.“
Ich schaute schockiert wieder in die Ferne. Der Name John kam mir komischerweise
sehr vertraut vor. Im nächsten Moment machte ich mich auf den Weg in die
Nachbarstadt zu meinen Eltern.
Einige Minuten später kam ich mit dem Bus in der Nachbarstadt an. Ich lief die lange
Strasse in Richtung meines Hauses hinunter. Kurz bevor ich vor der Haustür war, nahm
ich meinen Schlüsselbund heraus und schloss die Tür auf. Ich lief den Gang entlang zur
Küche und dort fand ich meine Eltern.
Ich fragte sie aus dem Nichts, wer John sei, mit der Begründung, dass mir der Name
bekannt vorkäme. Sie schauten mich verwirrt, aber auch überrascht an. Anschließend
baten sie mich, mich hinzusetzen. Wir setzten uns an unseren Küchentisch. Dann fingen
sie an zu erzählen.
John sei der leibliche Vater meiner Grossmutter von der Seite meines Vaters gewesen.
Doch sie verstarb vor 20 Jahre an Alterschwäche. Zwei Jahre später sei ich auf die Welt
gekommen. Doch ich war kein gewöhnliches Baby, denn ich sei als meine Grossmutter
Susanne reinkarniert worden – zumindest behaupteten das meine Eltern.
Denn ich hatte genau das gleiche Muttermal an meiner linken Hüfte wie meine
Grossmutter. Ausserdem gab es anscheinend Dinge, die ich tat, die nur meine
Grossmutter getan hatte.
Sie wollten John an dieser Vermutung teilhaben lassen. Deshalb brachten sie mich, als
ich noch sehr klein war, zu John. Aus irgendeinem Grund konnte ich an diesem Tag nicht
aufhören zu weinen, und John ging es genau gleich. Außerdem wollte ich mich an jenem
Tag nicht von ihm trennen, obwohl ich ihn zuvor noch nie gesehen hatte.Mit diesem Tag bestätigte sich die Vermutung meiner Eltern. Doch leider verstarb John
einige Jahre nach diesem Tre en. Deshalb war das Thema nie wieder angesprochen
worden – bis heute.
In meinen Gedanken erinnerte ich mich noch einmal an die Worte der Frau an der Theke:
„Sei achtsam mit der Uhr, und sie wird dir Großes schenken.“
Das war also, was sie meinte. Meine Geschichte würde wieder erzählt werden. Denn bis
heute lebte ich als Vanessa – mit der Seele von Susanne. Doch der heutige Tag würde
alles für immer verändern.
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