"Das verlorene Ich" - Eine Geschichte von Emilie Giannis - Young Circle

«Das verlorene Ich» – Eine Geschichte von Emilie Giannis

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«Das verlorene Ich» – Eine Geschichte von Emilie Giannis

Gefesselt, benommen und von fremden Stimmen umgeben erwacht jemand in einem dunklen Raum. Die Gestalten um ihn herum bleiben verschwommen, doch ihre murmeln­den Worte lassen nichts Gutes ahnen. Während das Bewusstsein langsam wieder entgleitet, wird nur eines klar: Diese Menschen wissen genau, warum er hier ist.

Alles verschwimmt. Ich versuche mich auf die Gestalten vor mir zu Konzentrieren doch sie bleiben nur dunkle Schemen. Meine Gedanken sind trüb, so als wäre ich von irgendwas Benommen. Langsam werden meine Augenlieder immer schwerer. Es ist schwer bei Bewusstsein zu bleiben. Was haben sie mit mir gemacht, ist mein erster Gedanke. Ich bemerke kaum das sich eine Gestalt aus den Schatten hinter mir löst. Das lässt mich in meiner Bewegung gefrieren und jagt mir einen Schauder über den Rücken. Ich bewege vorsichtig meine Hände, die hinter meinem Rücken gebunden sind. Der Schmerz, der durch mein Handgelenk schiesst, ist grässlich. Die Tränen schiessen mir in die Augen. Ich bemerke das ich meine Beine nicht bewegen kann. Wahrscheinlich sind sie auch gefesselt. Kaltes entsetzen breitet sich in mir aus und ein furchterregender Verdacht, dass ich entführt wurde, schleicht sich in meine Gedanken. Der Schweiss bricht auf meiner Haut aus und ein unangenehmes Gefühl breitet sich in mir aus. Was wollen diese Gestalten von mir. Ich versuche ruhig zu bleiben und meinen Atem flach zu halten. Ich recke meine Nase unauffällig in die Luft und nehme einen Tiefen Atemzug. Es riecht modrig feucht und irgendwie bekannt. Während ich versuche den bekannten Geruch einzuordnen konzentriere ich mich auf meine Umgebung. Leider kann ich kaum was erkennen da es spärlich Licht im Raum hat.  Mein Kopf kippt nach vorne. Mein Sichtfeld färbt sich am Rande langsam schwarz. Am Rande meines Bewusstseins bemerke ich noch eine Gestalt, die irgendwas mit deren Hand macht und daraufhin wird alles schwarz.

Ich öffne die Augen zu schlitzen. Mein Kopf dröhnt vor lauter schmerz. Beinahe ist mir ein stöhnen über die Lippen entwichen, aber ich kann mich gerade noch so davon abhalten. Ich versuche meinen Kopf zu heben. Dabei bemerke ich das etwas um meinem Hals hängt. Ich senke meinen Kopf langsam noch weiter runter öffne meine Augenlieder für einen kurzen Moment, um zu erkennen, was genau um meinen Hals hängt. Anscheinend hängt ein schwarzer Stoff um meinem Hals. Mir blitzt ein Bild vor meinem inneren Auge auf, auf dem zu sehen ist wie eine schwarze gestallt eine Hand Geste macht, wo darauf die Dunkelheit folgt. Nach dem Bild folgt ein stechender Schmerz so, als würde man Nadeln in den Kopf drücken. Diese Gestallten müssen mir wohl mit dem Stoff die Augen verbunden haben direkt nach der Handgeste der Person. Diese Person war hochgewachsen und schmächtig. Ich versuche mich an die Gesichter zu erinnern doch die Bilder in meinem Kopf verschwimmen immer mehr. Mehr konnte ich leider nicht in der Dunkelheit erkennen. Wahrscheinlich konnte ich nicht länger bei Bewusstsein bleiben und die schwärze hat mir den Rest gegeben. Ich höre eine Tür klicken. Ich hebe unauffällig meinen Kopf und hebe meine Augenlieder leicht so, dass ich gerade so was erkennen kann. Eine Person betritt den Raum. Sie huscht in einen Kreis aus Personen, der um mich herumgezogen wurde. Er schliesst den Kreis und in dem Moment, in dem er stillsteht, fangen alle an was zu murmeln. Mein Magen zieht sich zusammen und ich fange an zu Zittern. Schweis rinnt mir meinem Schlüsselbein runter. Eine Person ist lauter als alle anderen. Ich vernehme die Stimme hinter mir, sie ist tief und rau, also kann ich davon ausgehen, dass es ein Mann ist. Der Mann hat einen bestimmten Singsang in seiner Stimme. Ein Schleier legt sich über meine Gedanken. Panik steigt in mir auf. Wieder verschwimmt alles vor meinen Augen. Meine Gedanken sind auf einmal so träge. Mein letzter Gedanke den ich mit aller Kraft zu Ende denken kann, ist das diese stimme mir so bekannt vorkommt, so als müsste ich die Person kennen. Nach diesem Gedanken zog mich die Dunkelheit mit sich.


                                     

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