"Change of Time" - eine Geschichte von Michelle Böhlen - Young Circle

«Change of Time» – eine Geschichte von Michelle Böhlen

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«Change of Time» – eine Geschichte von Michelle Böhlen

Eine Backsteinwand. Stein um Stein zusammengemauert. Trist und grau. Daneben stehen in vielen verschiedenen Farben Spraydosen.

Ihr rotes Haar wehte im Wind hinter ihr her. Surah galoppierte über die weiten Feldern von Aradia und bereitete ihrer Besitzerin das Gefühl zu fliegen. Kurz vor der Stadt hielten sie an um den ersten Sonnenstrahlen zu zusehen wie sie, wie Flammen, an der Stadt lechzten und sie in ihren Farben erstrahlen lässt. Nalari liebte dieses Schauspiel. Es faszinierte sie, wie sich die Farben durch die aufgehende Morgensonne veränderten. Die goldenen Blumen, die Kelai‘s, glänzten und schimmerten wie Millionen kleine Diamanten.

Hier und da einen goldenen Punkt setzen. Mit einer Armbewegung entstand ein grosser schwarzer Kreis.

Nalari trieb Surah in Richtung Stadt. Wie nach jedem Ausritt brachte sie ihr Pferd in den Stall, welcher sich am anderen Ende der Stadt befand. Auf Surah ritt sie durch die kleinen und engen Gassen bis sie am Marktplatz an kamen. Überall waren Menschen mit den verschiedensten Haarfarben, welche sich mit den vielen Farben der Marktstände vermischten. Nalari versuchte so gut wie möglich, Surah durch die Menschenmasse zu lenken. Bei den Ställen angekommen striegelte sie  Surahs himmelblaues Fell und ihre rosa Mähne. Nalari liebte die Farbe jeder Tiere, die so vielfältig waren wie die Tiere selbst.

Die Auswahl der Farben ist gross. Aber die Entscheidung fällt auf ein helles Dunkelblau. Das Grau der Wand wird immer bunter.

 Zuhause setzte sich Nalari vor ihr Fenster und beobachtete die Menschen, welche fröhlich durch die Strassen zogen. So vergingen die Jahre indessen sich viel veränderte. Mensch liefen immer gehetzter durch die Strassen und schenkten den Farben der Natur kaum noch Beachtung. Die Welt wurde trister und verlor an Farbe. Nalari zog von Aradia fort um der Hektik und der Tristheit zu entkommen. Doch überall wo sie auch hinkam, fand sie das gleich Bild vor. Es machte sie traurig. Die Ignoranz der Menschen machte sie traurig. Das schwinden der Farben dieser Welt machte sie traurig. Tiere die es einmal in jeder Farbe gegeben hatte, waren  nur selten zu finden. Menschen verloren die Farben ihn den Haaren bis es kaum noch Unterschiede zu sehen waren. Die Natur wurde nicht mehr so beachtet wie es einmal war. Nalari schmerzte es zu sehen, wie sich die Welt veränderte.

Der letzte Strich und das Werk ist vollendet. Da ertönen plötzlich Polizeisirenen. Sie strich sich die Kapuze über ihr rotes Haar und verschwand, zusammen mit ihren Sachen, in der Nacht.

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