"Athanasia" eine Geschichte von Selina Findik - Young Circle

„Athanasia“ eine Geschichte von Selina Findik

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„Athanasia“ eine Geschichte von Selina Findik

Das Kind der Hölle

«Es gibt immer mehr erkrankte «, sagte der Botschafter. Ich sass in meinem Versteck hinter dem riesigen Vorhang, der das Zimmer halbierte und lauschte. Meine Mutter sass auf einem gigantischen Tron. Ihr Name ist Agash. Sie ist Eine der mächtigsten Dämoninnen der Unterwelt, meinem Zuhause. Ihre Fähigkeiten sind Unheil und Krankheit auslösen. Nun stand sie von ihrem Tron auf und lief ein paar Schritte auf den Mann zu. Schnell zog ich meinen Kopf zurück und strich mir das schwarze lange Haar aus dem Gesicht. »Das gefällt mir «, meinte Agash und schickte den Mann weg. »Athanasia «, rief sie. Ich schluckte. Ein bisschen Angst hatte sogar ich vor meiner Mutter. Ich trat hervor und eilte zu ihr. Sie trug genauso wie ich ein schwarzes, bodenlanges Gewand. Ihre Gesichtszüge sind viel kantiger als meine. Aber die Augen haben wir dieselben. Braun mit goldenen Sprenkeln. Nur können ihre Blicke sterbliche Töten. Meine nicht. Sie berichtete mir von der grausamen Entwicklung der Krankheit, die sie in die Welt geschickt hatte. Ich glaube die Menschen nennen sie Corona. Leider war ich noch nie einem richtigen Menschen begegnet, der nicht von Dämonen abstammt. Denn ich war schon mein ganzes Leben in der Hölle gefangen. Wortwörtlich. »Ist das nicht großartig «, strahlte meine Mutter. Ich hasste es diesen Ausdruck auf ihrem Gesicht zu sehen. Den Ausdruck, den sie hatte, wenn sie wusste das unglaublich viele Menschen nur ihretwegen starben. Ich zwang mich einigermassen überzeugend zu nicken. Meine Mutter dürfte auf keinen Fall erfahren, dass ich nicht die Macht des Zerstörens, sondern die des Heilens hatte. Ich hatte keine Ahnung, wieso ich keine dunklen Mächte besass. Aber ich war mir sicher, sobald meine Mutter das Erfahren würde, würde sie komplett ausrasten. Und als meine Mutter das letzte Mal ausgerastet ist starben viel zu viele Menschen.

Eine Woche später stand ich nervös vor dem Spiegel in meinem Zimmer. Ich trug ein schwarzes langes Kleid. Es stand mir. Dennoch sah ich darin zum Fürchten aus. Obwohl ich mich benahm und auch so aussah wie ein normales 15-jähriges Mädchen. War Heute mein 150 000. Geburtstag. Der Tag an dem die Kinder der Dämonen ihre erste Untat begingen. Genau das war es was mir so angst einjagte. Ich konnte es nicht. Denn ich hatte Heilkräfte. »Komm jetzt endlich «, schrie meine Mutter durch die offene Tür. Ich hatte keine Wahl. Also ging ich langsam zum grossen Saal. Ein riesiger Tisch stand da. Um ihn herum sassen viele mächtige Höllenbewohner, die ich nicht kannte. Ganz vorne am Tisch stand ein Tron. Er war nicht ganz so beeindruckend wie der meiner Mutter aber dennoch ziemlich schön. Ich setzte mich darauf. Jetzt starrten mich alle an. Ich wusste was sie erwarteten. Dass die Tochter von Agash tausenden Menschen den Tod schicken würde. Gebannt schauten sie mich an und warteten. Ich atmete tief aus. Würde ich jetzt nicht Unheil anrichten war ich schneller Tod als ich schreien würde. »Ok, du kannst das. Wünsch dir dunkle Magie. Denk an böse Taten «, ermutigte ich mich. Ich wusste das Dämonen es spüren würden, ob ich etwas dunkles oder gutes Zaubern würde. Ich konzentrierte mich. Aber ich wollte doch keine Menschen töten. Doch ich hatte keine Wahl. Dann setzte ich meine Kräfte ein. Konzentriert dachte ich: »Unheil. Ich werde jetzt Unheil anrichten. « In meinen Gedanken schweifte ich in einem Dorf auf der Erde. Was sollte ich hier schon gross anrichten. Dann spürte ich jemanden der Hilfe braucht. Bevor ich es verhindern konnte war es geschehen. Ich hatte ein Baby vor dem Tod bewahrt. Meine Mutter hatte natürlich bemerkt was ich getan hatte und war entsetzt, dass ich heilen konnte. »Tötet sie «, schrie sie den Höllenhunden zu, »das kann nicht meine Tochter sein. «

Voller Panik rannte ich los. Ich wollte, dass alles nur hinter mir lassen, aber wohin konnte ich den gehen. Die Höllenhunde waren dicht hinter mir. Ein Glück, dass sie nicht besonders schnell waren. Das Schloss von Agash hatte ich längst verlassen als ich einen Drachen entdeckte. Da wurde mir bewusst, dass ich wegmusste. Die Höllenhunde bellten und jaulten wütend auf als ich mich auf den Rücken des Drachens schwang und sie mich nicht mehr erreichen konnten. Der Drache hatte mich nicht bemerkt. Keuchend hielt ich mich an den kalten Schuppen fest. Einen Augenblick später flog der Drache. »Nach oben «, rief ich, »und du wirst belohnt werden. « Er gehorchte. Mir wurde schwindelig. Ich warf einen letzen Blick auf mein Zuhause. Nein, Zuhause konnte man es nicht nennen, das war die Hölle. Jetzt flog ich weg. Hinter den Horizont. Und hatte keine Ahnung was mich in dieser anderen Welt erwarten würde. Nach wenigen Minuten durchquerte der Drache eine dicke Schichte aus schwarzem Nebel. Ich hatte das Gefühl zu ersticken. Dann wurde alles schwarz.

Hustend erwachte ich. Ich lag auf dem Rücken auf einer Wiese. Die Sonne schien mir aufs Gesicht und ich deckte es mit meinen russigen Händen ab. »Moment mal «, ich blickte mich verwirrt um,» das ist tatsächlich die Sonne. Ich habe es geschafft! «, dachte ich. Ich stand auf und ging zum Drachen, der in der Nähe stand. Wie versprochen belohnte ich ihn mit einer riesigen Kette, die ich ihm um den Hals band. Er schien zufrieden und flog weg. Ich konnte es kaum fassen. Ich lief auf einige Häuser zu, die ich in der Nähe sah. Dort angekommen eilte ich durch die Strassen. »Na großartig «, dachte ich, »und was tue ich jetzt? « Mir wurde bewusst, dass ich mit dem verrissenen schwarzen Kleid und dem Russ im ganzen Gesicht aussehen musst wie eine arme Bettlerin. Ich begegnete einem Mann.  Er wandte sich nicht angeekelt von mir ab, wie alle anderen. Nein. Er kam zu mir und sagte: »Komm Athanasia, ich kaufe dir neue Klamotten. « Ich brachte keinen Ton heraus. Woher kannte mich dieser Mann. Benommen nickte ich. Völlig verblüfft ging ich mit ihm in einen Laden und lies ihn eine Jeans und ein Shirt bezahlen. Noch am gleichen Tag erfuhr ich, dass er Sermin Skipe heisst und ein Cogitiates ist. Diese Wesen können Gedanken lesen. Auch ich erzählte ihm mein wahres Ich. Er befand es als grosse Ehre eine unsterbliche als Mitbewohnerin zu haben. Also durfte ich bleiben. Zu meiner Verwunderung sah ich dort das Baby, Jeremy heisst er dem ich das Leben gerettet hatte. Seine Mutter und ihr neuer Freund waren beiden umgebracht worden. Jetzt lebte er bei Sermin, seinem Vater.

15 Jahre später

Es war in der Chemiestunde bei meinem Stiefvater Sermin. Unserem Lehrer. Hinter mir sass Jeremy. »Hey, Athanasia, wie geht das? «, fragte er mich. Rasch erklärte ich es ihm. Er nickte und schien es kapiert zu haben. »So und jetzt geht in Zweiergruppen «, befahl mein Vater. »Scheisse «, dachte ich. Neben mir sass Jack. Ein Junge mit weissen Haaren, blauen Augen, einem spitzen Kinn und einem ziemlich frech aussehenden Lächeln. Er drehte sich zu mir um und sagte: »Wir beide wohl, oder? « Er schien einiges glücklicher darüber als ich. Jack war nicht gut in Chemie er konnte sich die ganzen Formeln einfach nicht merken und ich musste ihm alles hundertmal erklären. Wir wurden nicht fertig. Also mussten wir es in unserer Freizeit machen. Am Nachmittag trafen wir uns in seinem Zimmer. Die Jungenzimmer dieses Internates waren kleiner als die der Mädchen und mussten auch zu zweit geteilt werden. Jack gab sich jetzt noch weniger Mühe es zu verstehen. Er war viel mehr damit beschäftigt mich anzusehen. Was mich immer mehr nervte. Dafür dachte ich er würde meine ganze Familie hassen. Na ja Jermey hasste er jedenfalls. Und Jeremy hasste ihn. Das hatte einen Grund. Jeremys Mutter und Stiefvater wurden von einem Massenmörder umgebracht. Jacks Eltern waren Anhänger von ihm gewesen. Bis er vor 15 Jahren untergetaucht war. Als wir endlich fertig waren lud mich Jack ein, noch ein wenig zu bleiben. Wir hatten das Zimmer für uns, da Greg, der auch hier wohnte auf einem Fussballspiel war. Ich hatte an diesem Tag nichts Besseres zu tun also stimmte ich, ohne gross darüber nachzudenken zu. Wir schauten Fern, lästerten über Lehrerinnen, assen Chips und versuchten uns vergeblich gegenseitig zu zeichnen. Das alles hat mir sehr Spass gemacht. Ich glaube es ist an diesem Nachmittag passiert. Ich habe mich in Jack verliebt.

Jedenfalls erwischte ich mich dabei, wie ich ihn in der nächsten Chemiestunde anstarrte. Das blieb von ihm nicht unbemerkt. »Du und Jack, oder? «, fragte Jeremy mich plötzlich. Ich merkte, wie ich leicht rot wurde. »Ist das einer deiner Witze? «Jeremy rückte seine Brille zurecht und lachte. »Klar! Was solltest du denn mit einem dummen Trottel wie Jack!? « Wieder mussten wir zu zweit arbeiten. Diesmal schienen ich und Jack beide extra langsam zu arbeiten, um eine Ausrede zu haben uns wieder zu treffen. Und das taten wir auch.
Ich sass jetzt zum zweiten Mal in Jacks Zimmer. »Und dann bekommst du die Masse. So einfach ist das. «, schloss ich. »Und sag jetzt nicht, dass du es nicht richtig verstan «, ich wurde von Jack unterbrochen. »Hörst du eigentlich irgendwann auf zu reden «, fragte er belustigt. Ich wusste nicht, ob ich beleidigt sein sollte. Aber Jack lächelte mich an und so entschied ich mich dagegen. Ich machte den Mund auf, um etwas zu sagen. Musste ihn aber wieder schliessen als lauter erstaunen. Jack hatte mir gerade eine Strähne aus dem Gesicht gestrichen. »Weisst du eigentlich, wie schön du bist «, fragte er. Mit hatte es die Sprache verschlagen. Eigentlich habe ich mich gefreut. Aber waren Jacks Eltern nicht kriminelle. »Gewesen «, versicherte ich mir selbst, »und er muss ja nicht sein wie seine Eltern. oder? «»Ich habe noch nie solche Augen gesehen. «, sagte er. Wir blickten uns lange an. Ich schien in seinen blauen Augen zu versinken. Er berührte mich mit seinen blassen Händen an der Wange. Zog mich sanft zu sich heran und küsste mich. Es war ein langer Kuss. Ich fühlte mich besser als je zuvor. Langsam lösten sich unsere Lippen voneinander. Und wieder schauten wir uns an. Ich fuhr ihm leicht durch sein blonde-weisses Haar und lächelte ihn an. Mit war es immer ein Rätsel gewesen, was die Sterblichen mit Liebe meinten. Doch jetzt wusste ich es.

Gefährliche Erinnerungen

Ich weiss nicht wann. Aber es war wirklich. Ich sass neben Athanasia Skype in meinem Zimmer. Es war ziemlich klein. An der Decke war eine schwach leuchtende  Lampe. Das Licht schien ihr aufs Gesicht. Sie sah wirklich gut aus. Ich strich ihr eine schwarze Strähne aus dem Gesicht. Sie blickte mir tief in die Augen. Ich sah die goldenen Sprenkel in ihren Augen. Bis vor ein paar Wochen hatte ich noch keine Ahnung gehabt was sich hinter dem Geheimnisvollen glitzern verborgen hatte. Doch nun wusste ich es. Athanasia war nicht ein gewöhnlicher Mensch wie ich. Sie hatte unglaubliche Fähigkeiten. Ich selber hatte es zuerst nicht geglaubt. Sie hatte es mir beweisen müssen, aber jetzt glaubte ich ihr. Sie war unsterblich. Da gab es nur eine Ausnahme, wenn jemand sie töten würde. Ich wusste, dass sie keine Ahnung hatte wer ihr Vater war. Sie war bei ihrem Stiefvater aufgewachsen. Zusammen mit ihrem Stiefbruder Jeremy. Er hatte seine Mutter verloren als er noch ein Baby gewesen war. Auch der Freund seiner Mutter war ums Leben gekommen. Und jetzt lebte er bei seinem leiblichen Vater. Ich hatte keine Ahnung wie alt sie war. Jedenfalls sah sie aus wie jedes normale 15-jährige Mädchen. Zu meinem erstaunen wandte Athanasia ihren Blick ab und meinte:» Ich muss mit dir reden Jack. «»Was ist denn? «, fragte ich sie verwundert. Ihre Stimme zitterte leicht als sie sagte:»Dads Befürchtungen sind wahr geworden. « Ich starrte sie einen Moment überrumpelt an. »Dieser Massenmörder der Jeremys Eltern umgebracht hat. Er weiss dass ich Agashas Tochter bin. Die Tochter der Dämonin Krankheit und des Verderbens. «»Aber du lebst nicht mehr in der Hölle «, sagte ich sanft. »Das spielt denen doch keine Rolle. Er will mich umbringen. Er will der einzige sein der ewig leben kann. Denn wer mich umbringt wird unsterblich«, ihre Augen füllten sich mit goldenen Tränen. Ich nahm sie fest in den Arm und versuchte sie zu beruhigen. »Aber du bist nicht so wie sie. Du wohnst bei Herr Skipe. Deine Mutter hat die Macht zu zerstören. Du die des Heilens. « Ich kann nicht bleiben. Dad wird mich verstecken. »Wie lange? «, fragte ich. »lange «, sagte Athanasia knapp. Ich wusste was das bedeutete. Wenn lange für einen sterblichen einige Jahre war, wie viele Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte sollten dass dann bitte für eine unsterbliche sein? »Ich liebe dich «, schluchzte Athanasia,» aber es muss so sein. « Ich konnte es nicht glauben. Eigenltich hatte ich es ja schon immer gewusst. Doch ich wollte es  einfach nicht glauben.»Niemand ausser Dad und Jeremy werden sich an mich erinnern können. Dazu iwrd Dad einen speziellen Zauber anwenden. wenn ich dann aber gleich wieder auftauche bringt das ganze nicht.“ Jetzt kullerte auch mir eine Träne über die Wange. Das war so ungerecht. was sollte ihr Stiefbruder damit sich an sie zu erinnern. Er mochte sie ja sowieso nicht. Schnell wischte ich sie ab. Mir wurde bewusst was das heisste. Ich würde mich nicht mehr an Anthanasia erinnern können. Aber ich liebte sie doch. Die vorstellug sie zu vergessen tat schrecklich weh. Irgendwo in meiner Brust spürte ich es hoffnungvoll pochen. „Ich liebe sie. Niemand kann mich dazu zwingen sie zu vergessen“, dachte ich. doch meine Hoffnung war nicht sehr gross. Tief in meinem inneren wusste ich, dass Herr Skipes Zauber funktionieren würde. Schliesslich war er ein Cogitiates, ein Menschenähliches Wesen dass unter anderem Gedanken lesen und Erinnerungen auslöschen konnte. „Jack “ sagte Athanasia, „bitte versteh das.“ Ich nickte betrübt. „Schau in diesen Spiegel“, sie deutete hinter mich. und wir drehten uns beide um. Ich sah einen 15-jährigen Jungen mit blondem, fast weissem Haar., hellblauen Augen und einem eher spitzen Kinn der unglücklich zurückstarrte. „Und jetzt schau nur den Spiegel an. „, sagte sie schluchzend. „Ich liebe dich“, sagte sie nochmal. Ich wollte meinen Blick von dem Spiegel wegreissen, doch ich konnte nicht. Ein letztes Mal sah ich im Spiegel Athanasias braune Augen mit den goldenen Sprenkeln. „Ich dich auch“, meine Stimme war vermutlich nur noch ein Flüstern. Im nächsten Augenblick blickte ich in den Spiegel. Das Einzige was ich sah war ein blonder Junge. Dann schüttelte ich verwirrt den Kopf und stand auf. von diesem Augenblick an waren meine Erinnerungen an Athanasia verschwunden.

„Hey Jack“, sagte eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und sah meinen besten Freund Greg an. „Hi“, sagte ich. „Spielen wir zusammen Fussball?“, fragte er. Greg war sehr sportlich. er leibte Fussball über alles. und bat mich fast jede Paus in der Schule ob ich mit ihn trainieren wollte. Ich stimmte zu und lief mit ihm zum roten Fussballplatz. „Mit Mischel und mir läuft es gerade richtig gut“, erzählte Greg während dem er mit dem Fussball jonglierte. Ich nickte. Greg hatte auch jeden Monat eine neue. Er war sehr beliebt. Ich, na ja ich war eher der Typ der spitze Bemerkungen um sich warf. Ich wusste, dass das nicht besonders nett war und dass nicht zu beliebtheit führen würde. Aber zu meiner Verteidigung: Mein Leben war ziemlich Scheisse. Meine Eltern wollten unbedingt, dass ich Anwalt werde und haben mich auf ein behindertes Internat geschickt. Ich hatte wenige Freunde und war gerade dabei meine Eltern mit schlechten Schulnoten zu entäuschen.“Und wie läuft es mit Noemi?“, fragte Greg belustigt. Er wusste, dass ich nicht gerne darüber sprach. „Ich mag sie.“, erwiderte ich knapp. Greg kickte mir den Ball zu und ich warf ihn weniger geschickt zurück. Es klingelte viel zu früh. wir nahmen unsere Schultaschen vom Boden und liefen Richtung Schulhaus. Das Treppenhaus war voll mit Schülerinnen und Schülern. zielstrebig lief ich nach oben. Greg folgte mir etwas langsamer. Als ich mich ein wenig umblickte sah ich Jeremy. Hasserfüllt starrte ich ihn an. Ich hatte schon immer eine grosse Wut gegen ihn. wieso wusste ich nie genau. Aber sicher auch, weil er berühmt war. Nicht gerade auf der ganzen Welt aber zumindest in der Umgebung. Ein Richtiger Held. Aber nicht für mich. Er war nur dessahlb so bekannt, weil seine Familie als er etwa ein Jahr alt war von einem Mörder heimgesucht wurden. Er hatte überlebt. Als einziger der Familie. Seine Mutter hatte ihn mit ihrem Leben beschützt. Nach dem angriff hat man den Mann nie wieder gesehen, der all die schrecklichen Taten begannen hatte. Meine Eltern hatten, soweit ich weiss dem Mörder geholfen. Ich weiss nicht genau bei was, oder ob sie jemanden umgebracht haben aber ich weiss, dass sie einige Dinge getan haben die ich niemals tun würde. Mit hoch erhobenen Kinn stolzierte ich auf ihn zu. »Na, tut dir dein hässliches Gesicht noch weh, nachdem du gestern hingefallen bist «, giftete ich ihn an. Es tat gut jemanden zu beleidigen. So konnte ich für wenige sekunden vergessen wer meine Eltern waren und was sie von mir verlangten zu werden. »Sei ruhig Jack«, antwortete Jeremy wütend. »Oh nein, die Legende Jeremy Skipe möchte nicht hässlich sein «, feixte ich ihn weiter. Jeremy wollte auf mich losgehen. Aber sein Freund Raffael hielt ihn zurück. »Jeremy und sein armer Freund der armen Familie Rotschopf. «, mit diesen Worten wandte ich den beiden den Rücken zu und machte mich schnell aus dem Staub. Leider fühlte ich mich kaum besser.

Die letzte Stunde vor Schulschluss hatte ich Chemie bei Herr Skype. Mein absolutes Lieblingsfach. Nicht dass ich Klassenbester wäre oder so. Aber trotzdem Herr Skype Jeremys Lehrer war schien er ihn nicht zu mögen. Ich meine Herr Skype war sowieso nicht in der Lage irgendjemanden zu mögen nachdem seine grosse Liebe Liljana von dem unbekannten Massenmörder umgebracht worden war. Doch Herr Skype schien mich viel mehr leiden zu können als seinen eigenen Sohn. Das freute mich immer wieder. «Der Unterricht ist zu Ende «, sagte Herr Skype. Ich packte meine Tasche und lief die Tür hinaus. Als ich schon fast den Flur entlanggelaufen war hörte ich Skype sagen: »Jeremy warte noch kurz. « Ich ergriff die Gelegenheit. »Wenn dieser riesige Rafael nicht bei ihm ist, ist er einiges schwächer «, dachte ich. Also wartete ich hinter der Tür. Da hörte ich was die beiden sagten. »Wie geht es Athanasia? «, ich erkannte Jeremys Stimme. »Körperlich gut, geistig schlecht «, antwortete Herr Skype kalt. »Gewaltigen Liebeskummer «, ergänzte er sich selbst. »Was kann sie nur an Jack finden. Er ist der Sohn dieser beiden früheren Anhänger von dem Massenmörder «, fragte Jeremy aufgebracht. »Bedenke, dass auch Athanasia von dem bösen abstammt. Vielleicht findet sie sich dieser dunklen Seite auch angezogen. «»Das gibt keinen Sinn. Sie wird von dieser Seite doch gejagt! Du weisst, dass er wieder aufgetaucht ist. Er wird uns noch alle umbringen. «, entgegnete Jeremy wütend. Ich hörte Schritte. Da mir bewusst war, dass sie über mich geredet hatten, gab ich meinen Posten auf und lief schnell in mein Zimmer. Hastig schloss ich die Tür zu. Greg würde erst später kommen. Dann hatte ich unser Zimmer noch für etwa eine Stunde für mich. Ich versuchte meine Gendanken zu ordnen. War das wirklich ich gewesen über den sie gesprochen hatten. Mein Handy klingelte. Ich ging ran. »Noemi? «, fragte ich verwundert. »Hör zu Jack «, fing sie an, »ich weiss ja dass deine Eltern dir Druck machen und so aber ich kann so nicht mit dir Zusammensein. Ich hatte es schon erwartet. »Aha und ihn wenn hast du dich verguckt? «, fragte ich und versuchte möglichst beileufig zu klingen. »Elia, wir treffen uns heute im Kino und dann « ich schnitt ihr dass Wort ab in dem ich auflegte. Dass sie es wagte mir zu antworten. So eine ausnutzerin. Da war ich mir sicher: Schlimmer konnte es nicht kommen. Aber so richtig traurig war ich auch nicht über die Trennung. Richtig verliebt war glaub niemand von uns in den anderen gewesen. Ich wusste dass ich gut aussah, aber meine Einstellung gegenüber anderen Menschen war nicht halbsogut. Desshalb war es schwer eine Freundin zu finden. Am rest des Abends kreisten meine Gedanken um das Gespräch zwischen Jeremy und seinem Vater. Doch es gab keinen Sinn. Konnten sie vielleicht einen anderen Jack gemeint haben. Aber ich war der Einzige auf diesem Internat der Jack heisst. Zu allem Überfluss kannte ich nicht einmal eine Athanasia. Da war es unwahrscheinlich, dass sie in mich verliebt war. Oder? Irgendwie kam mir der Name so wichtig vor. Ich überlegte so angestrengt nach wie schon lange nicht mehr. Aber ich konnte mich nicht erinnern.

Am nächsten morgen, einem Samstag war ich schweissgebadet aufgewacht. Sehr warscheinlich ein schrecklicher albtraum. Aer wie ich mich an den Namen so konnte ich mich auch an den Traum kaum erinnern. Ein Spiegel und goldenen Augen waren im traum vorgekommen. Mehr wusste ich nicht. Ich ging aufs Jungenklo im ersten Stock um mich zu duschen. Alle Jungen die ihr Zimmer auf dieser Etage hatten teilten sich ein ziemlich grosses Bad. Das warme Wasser auf meiner Haut fühlte sich beruhigend und erfrischend an. Ich band mir ein Badetuch um, das mir bis zu den Knien reichte und lies mich zuerst für eine Weile so auf der Bank neben mir in der Dusche nieder. Wieder veruschte ich mich zu erinnern. Athanasia. Ich kannte diesen Namen von irgendwoher. Da war ich mir sicher. Dann zog ich meine Schuluniform an und trat in den grösseren Bereich im Bad. Hier gab es einige Waschbecken. Ich blickte in den Spiegel wie ich es im Traum gemacht hatte. Als hoffte ich antworten von meinem Spiegelbild zu bekommen. Doch es schwieg.» Athanasia, woher kenne ich diesen Namen «, fragte ich mich zum hundertsten mal. Ich blickte erneut hoch in den Spiegel. Da sah ich ein Spiegelbild. Es war nicht mein eigenes. Es war eine in kaputzen gehüllte Gestalt. Der siluette zufolge tippte ich auf einen Mann. Ich spürte wie sich mein Puls beschleunigte. Ich drehte mich ruckartig um. Doch bevor ich etwas machen konnte, zog der Mann ein langes Messer aus einer seiner Taschen hervor. Ich versuchte nicht zu würgen. Mich überkam panik. Ich war sowieso nicht gerade der mutigste dieser Welt. Da liess mich dass fast tot umfallen. »Lauf weg! «, befahl ich mir. Doch der Mann war zu schnell. Ohne zu zögern hatte er zugestochen. Mitten in meine Brust. Ich sackte zu Boden. Völlig taub gegen die Welt. »Zeit zu sterben Jack «, sagte der Mann. Das konnte ich aber nicht mehr genau hören. Alles wurde wie von einem Nebel eingehüllt. «Ich sterbe «, schoss es mir durch den Kopf. Ich wollte schreien aber meine Kehle gab nur ein leises Geräusch hervor. Noch einmal stiess der Mann brutal zu. Diesmal tief in meinen Bauch. Ich stöhnte laut auf vor schmerz. «Eine grausame weise zu sterben «, dachte ich. Der Mann stampfte davon schloss die tür ab und liess mich am Boden zurück. Arme und Beine in einem unnatürlichen Winkel von mir gestreckt lag ich da. Mein weisses Hemd war blutdurchnässt. Ich hatte keine Ahnung warum der Mann das getan hatte. Aber das war sowieso nicht wichtig. Denn ich war überzeugt davon dass ich nicht mehr lange zu leben hatte.

Nach Luft rangend lag ich auf dem Boden. Unfähig mich zu bewegen. Jeder Atemzug kostete mich sehr viel anstregung. Meine aufgeschlitze Brust brannte und schmerzte wie ich es mir nicht einmal in meinen Träumen vorgestellt haben konnte. Wie aus dem nichts tauchte plötzlich ein Mädchen auf. Sie musste ungefähr in meinem alter sein. Sie schrie erschrocken auf als sie mich entdeckte und rannte auf mich zu. Schluchzend kniete sie sich neben mich und riss schnell mein blutgetränktes Hemd auf. »Jack «, sagte sie immer wieder. Hoffnung regte sich in mir. Doch ich konnte sie kaum noch war nehmen. Das Mädchen war zu spät gekommen, jede Sekunde würde ich                                                 sterben. Nachdem sie mir das hemd aufgerissen hatte, berührte sie mit ihren Fingern meine nackte, verletzte Brust. Zuerst zuckte ich zusammen und stöhnte erneut auf als mich ein noch schlimmerer Schmerz überkam. Dann fühlte ich wie der Schwerz nachliess. Als würde meine Wunde geschlossen werden. Ich blickte hoch und sah nur noch zwei mit Tränen überströmte Augen. Braune Augen mit goldenen sprenkeln und goldenen Tränen. Für einen Moment konnte ich mich wieder an alles erinnern: «Die Welt der Fabelwesen und Zauberei, an Athanasia die Tochter einer Dämonin die auf der Flucht war vor dem Massenmörder und an den Spiegel in dem ich Athanasia zum letzen mal gesehen hatte. Dann wurde mir schwarz vor Augen.

Um mich herum war alles schwarz. Stickige Dunkelheit schien mich einzuhüllen. Zuerst dachte ich, dass ich tot bin. Schliesslich war ich schwer verletzt worden. Doch dann fühlte ich Wärme. Also konnte ich noch nicht tot sein. Oder? Nein, ich war noch am Leben. Ich hörte Stimmen aber ich konnte sie nicht erkennen oder verstehen. Ich wusste nicht wer da mit mir sprach Freund oder Feind. Da schaffte ich es endlich die Augen zu öffnen. Athanasias Gesicht nahm langsam Gestalt an. Ich füllte mich als ob eine Lawine voller Erinnerungen mich überrollen würde. »Athanasia «, brachte ich hervor Mein ganzer Oberkörper tat mir weh. Doch es war nicht besonders schmerzhaft. Um das ganze zu hinterfragen hatte ich damals zu wenig Kraft. Ich war einfach nur froh noch am Leben zu sein. »Jack! «, schrie Athanasia, als sie merkte, dass ich die Augen geöffnet hatte. Aus lauter Aufregung hob sie ihre magischen heilenden Hände von meiner nackten Brust und ich schrie erschrocken auf. Denn jetzt überkam mich der Schmerz, den ich schon vorher erleidet hätte, hätte Athanasia ihre Kräfte nicht eingesetzt. Es fühlte sich so an als ob mich jemand durch einen Speer gestossen hätte. Ich keuchte und versuchte mühsam zu Atmen zukommen. Meine Brust zitterte und mein ganzer Oberkörper zuckte immer wieder. Ich fing an zu schluchzen. Jetzt bekam ich noch schlechter Luft. Mein Atem ging flach und schnell. Zu schnell. Zum Glück dauerte das ganze nur einige Sekunden, bis Athanasia ihre Hände wieder auf die klaffende Wunde, nahe meinem Herz presste. Der Schmerz wurde schlagartig zu einem unangenehmen ziehen und stechen. Es tat zwar immer noch weh. Aber um Welten weniger als vorher.  Keuchend lag ich auf dem Rücken und schaute mich so gut es ging um. Mein Hemd hatte ich nicht mehr an. Doch ich trug immer noch die dunkelgraue Schuljeans und die schwarzen Turnschuhe. Es war ziemlich unbequem. Denn ich lag auf dem harten Boden von Herr Skypes Schulzimmer, der neben mir stand und mich mit besorgter Miene betrachtete. »Bald wird es dir besser gehen. «, versicherte Athanasia mir. Doch sie klang eher als möchte sie sich selbst überzeugen. Plötzlich kam Jeremy hereingerannt. »Ich bin so schnell gekommen, wie ich konnte «, sagte er völlig ausser Atem, »und er kann sich wirklich an dich erinnern? « Athanasia nickte. Sie hatte noch immer nicht aufgehört zu weinen. Doch sie tat es lautlos. Ich sah die goldenen Tränen, die ihr über die Wangen kullerten. »Aber wie kann das sein? «, fragte Jeremy seinen Stiefvater. «Ich habe eine Vermutung «, begann Herr Skipe, »als Jack so versessen darauf war, zu wissen wer Athanasia ist, und er sie dann auch noch sah, sind seine Erinnerungen und auch die aller anderen Menschen zurückgekehrt. «»Du hättest in deinem Versteck bleiben sollen «, sagte Jeremy streng zu Athanasia, »nochmal kann Dad die Erinnerung an dich nicht löschen. Sowas geht nur einmal. «»Jeremy, du weisst genau, dass ich es spüre wenn jemand den ich kenne schwer verletzt ist und meine Hilfe braucht. Ich habe die Macht denen zu helfen. Darum tue ich es. «, verteidigte sich Athanasia. Sie hatte aufgehört zu weinen und tat so als versuche sie ihre Hände auf die Richtige Stelle meiner Verletzungen zu halten. Doch vermutlich wollte sie nur den Blicken der anderen ausweichen. Jetzt merkte ich erst, dass sie sich für mein Leben in grosse Gefahr begeben hatte. Denn jetzt, da sich der unbekannte Mörder wieder an sie erinnern konnte wollte er sie töten. Wieso eigentlich? Niemand war sich sicher. Aber vermutlich, weil der der sie tötete unsterblich werden würde. Benommen blickte ich zu Jeremy hoch. Es hätte mich nicht gewundert, wenn er jetzt, da ich so verletzlich war, nach mir geschlagen hätte. Meinem Leben ein Ende bereitet hätte. Doch er tat es nicht. Anstelle dem brüllte er Athanasia an: »Wie konntest du nur! Wie konntest du dein Leben für ihn aufs Spiel setzen. Er ist böse! Was wenn dich dieser Mörder tatsächlich tötet. Und er unsterblich wird. Er wird die möglichkeit haben Jahrhunderte lang zu töten. Wie konntest du ihm helfen! Wie um alles in der Welt konntest du dich überhaupt in ihn verlieben. « Jetzt wurde Athanasia richtig wütend. Ich merkte wie sich ihre Finger auf meiner Brust verkranmpften. Dann schrie sie:» Jeremy, Du herzloser kalter Stein! Wie kannst du es wagen so mit mir zu reden! Jack ist kein böser Mensch! Weisst du wieso? Weil er niemals jemanden sterben lassen würde wenn er es verhindern könnte. Du schon! Du wolltest ihn einfach verbluten lassen! Geh weg! Lass mich in Ruhe! « Jeremy hatte es die Sprache verschlagen. Er lief auf die Tür zu und machte anstalt das Zimmer zu verlassen. Doch er drehte sich nochmal zu mir um und blickte zu mir runter. Hilflos schwach wie ich war konnte ich nichts anderes als zurückzublicken. »Ich sage die eines Jack Midare «, drohte er mir, »wenn sie umgebracht wird, ist das ganz allein deine schuld! «

«So jetzt sollte es gehen», verkündete Athanasia. Ein paar Stunden waren vergangen, seitdem ich im Schulzimmer aufgewacht war. Ich konnte wieder ohne Schmerzen reden. Nach wie vor lag ich auf dem Boden. Nun aber auf einigen weichen Kissen. Langsam hob sie ihre Hände von meiner Brust ab. Ich drohte nicht mehr zu verbluten, da die Wunde durch Athanasias Magie einigermassen geschlossen worden war. Ein leichter Schmerz kam in mir hoch und ich versuchte nicht zusammenzuzucken. »Und jetzt «, fragte ich,» was wirst du tun Athanasia? »Ich weiss es nicht «, gestand sie und schaute ihren Vater um Rat bittend an. Doch er sagte nichts. Langsam versuchte ich aufzusitzen. Nach ein paar Minuten getraute ich mich sogar aufzustehen. Wackelig stand ich auf den Beinen. Erst jetzt merkte ich, wie kalt mir war. Herr Skipe bemerkte es und reichte mir einen frischen, schwarzen Pullover. Schnell zog ich ihn an. »Das sage ich meinem Vater «, sagte ich wütend, »diese Schule sollte geschlossen werden. Athanasia sah mich schockiert an. Doch Herr Skipe sagte nur kalt: »Sie sind schon auf dem Weg hierher. « Wenige Sekunden waren vergangen als mein Vater in das Zimmer trat. Meine Mutter folgte ihm. Mein Vater hatte seine blonden Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Mir entgign der überraschte Ausdruck auf Athanasias Gesicht nicht. Sicher hatte sie sich nicht vorstellen können wie sehr ich meinem Vater gleichte. Ich wünschte mir in diesem Augenblick nichts sehnlicher als von meinen Eltern in den Arm genommen zu werden. Doch steinkalt wie sie waren, tätschelte mir meine Mutter nur die Schulter. Besser als mein Vater der sich nicht einmal die Mühe machte mich anzusehen. Sie wirkten beide sehr betrübt. »Ich bitte um Privatsphäre «, meinte er arrogant. »Wie sie wünschen  Herr Midare «, antwortete Herr Skipe. Ich merkte dass er sich respektlos behandelt fühlte. Nur wiederwillig verliessen er und Athanasia das Zimmer.

« Oh Gott was hat er dir nur angetan. «, fragte meine Mutter besorgt. Anstatt zu antworten streifte ich mit meinen fingern leicht über die Stelle, wo ich wusste, dass sich unter meinem Pulli die Narben befanden. Ich zögerte einen Moment und fragte mich ob es meine Eltern wirklich interessieren würde. Dann kam mir der Gedanke, dass mein Vater sicher froh sein würde, wenn er einen grund hätte sich bei jemandem zu beschweren. Also zog ich meinen Pullover aus und gab den Blick auf die zwei riesigen frischen Narben frei. Als ich sie betrachtete wurdemir bewusst wie stark Athanasias heilkräfte waren. Ohne sie wäre ich schon lange tot. Ich hörte meine Mutter laut schlucken. Doch sie machte sich immer noch keine Anstalt mich in den Arm zunehmen. »Mach dir nur nicht die Mühe Mom. Schliesslich ist nur dein Sohn gerade beinahe ermordet worden. «, fast hätte ich die Worte laut gesagt aber ich entschloss meinen Mund zu halten.  Bevor ich wieder anfing zu frieren zog ich mir den Pullover wieder an. Zuerst schwiegen wir alle. Dann sagte meine Mutter etwas dass mich erstaunen liess:» Das ist ganz allein unsere Schuld «, sagte sie,» Jack bitte verzeih uns. Er hat das getan, um uns zu bestrafen. « Ich sah sie verwundert an. »Wer? «, fragte ich sie. »Es ist nichts «, sagte mein Vater mit einem strengen Blick zu meiner Mutter. Entschuldigend senkte sie ihren Blick und starrte auf den Boden. »Was habt ihr damit zu tun? «, fragte ich. Stille. »Nun sagt schon. Ich weiss das ihr etwas wisst. Ich bin nicht blöd. «, forderte ich sie heraus. Ich war überrascht von mir selbst. Normalerweise getraute ich mich nicht mit meinen Eltern so zu reden. Ich hatte immer angst vor den Konsequenzen gehabt. Doch das war mir in diesem Moment völlig egal. »Du wagst es so mit deinem Vater zu reden «, die Stimme meines Vaters war tief und kalt.»Ich würde nie behaupten dass du dumm bist, Jack, trotzdem halte ich es nicht für besonders schlau wenn du dich auf diese Leute einlässt, mein Junge. «»Diese Leute? «, jetzt war ich so wütend, dass ich die Angst vor meinem Vater verlor, »du meinst Athanasia, du hältst sie für Abschaum, weil sie nicht von adeligen abstammt oder in einem grossen Haus wohnt? Athanasia meine Freundin! Athanasia die mir das Leben gerettet hat! Ohne sie wäre ich tot Dad! Ich weiss nicht was ihr mit dem Angriff zutun habt. Ich weiss nur dass es so ist! Wie kannst du Athanasia nur so hassen. Sie hat einen deiner grössten Fehler geradegerückt. Ich wäre tot wenn sie nicht «, schrie ich meinen Vater wütend an. Ich schaute ihm tief in die Augen. Es war so als ob ich in meine eigenen schauen würde. Nur war ich mir sicher dass ich noch nie so finster und kalt geblickt hatte wie mein Vater es gerade tat. »Du gehst zu weit mein Sohn «, sagte er. Mir wurde plötzlich bewusst was ich getan hatte. Und ich bekam wieder angst. Hätte ich doch den Mund gehalten. Aber jetzt war es zu spät. Mein Vater würde mir nie verzeihen, dass ich zugegeben hatte, dass ich ein Mädchen liebte, dass nicht seinen Wünschen entsprach. Schneller als ich reagieren konnte hob mein Vater seinen Stock und schlug damit auf meine frischen Verletzungen auf meiner Brust. Weil mich jemand versucht hatte umzubringen. Vor lauter Schmerz schrie ich laut auf. Der Schlag war nicht hart gewesen aber es hatte schon gereicht. Ich bekam weiche Knie und lehnte mich gegen die Wand. Dann sank ich langsam zu Boden. Ich griff mir unter den Pullover und fühlte warmes Blut. Die Wunde hatte sich geöffnet. Meine Mutter wollte zu mir eilen. Doch bevor sie bei mir war, war Athanasia aufgetaucht. Mit besorgter Miene. Wieder kniete sie sich neben mich und sagte »Ich dachte es würde genügen wirklich. « Diesmal musste sie ihre Hand nur kurz auf die Wunde legen. Bis sie sich wieder schloss.  Entschuldigend blickte sie mich an. Ich nahm sie so fest in den Arm wie es meine Schmerzen zuliessen. Zu gerne hätte ich sie jetzt geküsst aber ich wusste das mein Vater ausrasten würde. »Mein Vater «, erklärte ich ihr so leise, dass es niemand ausser wir beide hören konnte. Dann deutete ich auf meine Brust. Sie verstand, richtete sich auf und drehte sich mit wutverzehrter Miene zu meinem Vater um. Dann deutete sie mit ihrem finger auf ihn und schrie ihn an: »Sie! Wie können sie etwas so dummes und leichtsinniges tun! Jack ist schwer verletzt! jemand will ihn umbringen! «»Mein Sohn kann auf sich selber aufpassen! Er braucht deine Hilfe nicht du verfluchtes Höllenkind!«, mit diesen Worten gingen er und meine Mutter die Tür hinaus. Das Kin erhoben liessen sie mich zurück. Meine Mutter wirkte traurig. Aber meinen Vater scherte es nicht, dass ich fast gestorben wäre. Bis zum heutigen Tag hatte er es nicht für notwendig gehalten sich bei mir für den Schlag gegen meine tödlichen Wunden zu entschuldigen.

Es war stockfinster. Langsam richtete ich mich von dem weichen Bett auf und streckte mich ein wenig. Auf dem Bett auf der anderen Seite des Zimmers das eigentlich mir gehörte schlief Athanasia. Ich sass auf Gregs Bett. Er war über das Wochenende nach Hause gegangen. Musste schön sein, richtige Eltern zu haben. Die ihr Kind liebten. Ich versuchte den Gedanken zu verdrängen. »Sie lieben mich. Nur ist das ihnen halt peinlich «, dachte ich verbittert. Aber wenigstens hatte ich Athanasia zurück. Sie hatte darauf bestanden in der Nähe zu übernachten, dass sie mir zu Hilfe eilen konnte, sobald sich meine Wunden wieder öffnen würden. Das war nett von ihr, das weiss ich. Trotzdem wollte ich sie beschützen, nicht umgekehrt. Da kam es mir komisch vor, dass sie mir das Leben retten musste. Meine Wunden waren wieder geschlossen. Doch sie könnten bei einem Zusammenstoss wieder aufgehen. Währendem ich auf dem Bett sass und überlegte, ich weiss das ist merkwürdig, ob ich wohl an diesen Verletzungen noch sterben würde und ob mein Vater dann an meiner Beerdigung weinen würde. Vorausgesetzt mein Vater würde sich überwinden und Geld für die Beerdigung seines sohnes Bezahlen. Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte klingelte mein Handy. Froh, über die Gelegenheit an etwas anderes denken zu können, stand ich auf und ging zu dem kleinen Schrank, auf dem mein Handy lag und griff danach. Athanasia war aufgewacht, ihre braunen Haare waren zersaust und unter ihren Augen konnte ich in dem wenigen Licht dass von der Nachttischlampe kam, tiefe Augenringe erkennen. Wir setzten uns nebeneinander auf mein Bett, auf dem Athanasia sich aufgerichtet hatte, ich nahm den Anruf an, stellte ihn auf Lautsprecher und lauschte gebannt. Mom hatte mich angerufen. »Jack, Schatz bist du allein? «»Nein, Athanasia ist bei mir «, antwortete ich. Mit zusammengekniffenen Augen sah ich das Handy an. Ich war mir ziemlich sicher, dass meine Mutter irgendetwas gegen Athanasia sagen würde. »Na ja könnte sie vielleicht «, begann meine Mutter. Ich seufzte entnervt. »Sprich oder ich lege auf «, meinte ich.» Nein, Jack es ist wichtig. «, jetzt klang sie verzweifelet. Athanasia runzelte verwirrt die Stirn. » Es stimmt. Wir, Ich und dein Vater, wir haben wirklich etwas mit dem Mordversuch an dir zu tun. «, schluchzte sie. Ich hatte es schon gewusst. Doch Athanasia schien überrascht. » Es stimmt, der namenlose Massenmörder ist zurück. Er hat mich und deinen Vater zu sich gerufen. Wir hatten nicht gewusst dass er das war. Eine ganze Familie hätten wir für ihn ausslöschen müssen. Nur weil er Lust hatte. Ich weigerte mich. Und dein Vater stimmte mir dann auch zu. Doch wir konnten nicht einfach gehen. Er schrie uns hinterher, dass er dich töten würde. Ich wollte es verhindern, aber dein Vater meinte, es wäre besser, wenn du sterben würdest, als wir alle drei. Dein Vater, er will nicht, dass du es weisst aber ich kann dir keine Lügen «, sie konnte nicht mehr weiterreden, weil sie angefangen hatte zu weinen. Mit Wutverzerrter Miene starrte ich an die gegenüberliegende Wand. Dann drückte ich den Anruf weg. Von meinen Eltern wollte ich nie mehr etwas hören.

Seit einer Woche habe ich jetzt nichts mehr von meinen Eltern gehört. Das konnte mir nur recht sein. Es war Montagmorgen. Ich wanderte Schulter an Schulter mit Athanasia durch den Wald. Wir gingen einiges hinter den anderen Kindern. Die auch auf den Ausflug mitgekommen waren. Athanasia hatte in den letzten Tagen alles versucht um mich von dem Streit zwischen mir und meinen Eltern abzulenken. Nach langer Arbeit, hatte sie es dann doch noch geschafft mich zum Mitkommen zu überreden. Ich war entpannter als seit Tagen nicht mehr. Meine Narben waren zwar immer noch zu sehen und Athanasia konnte mich noch nicht fest umarmen aber das war auch schon alles was von dem  Mordversuch geblieben war. Wir gingen nahe eine rtiefen Schlucht. Ich schielte zum Abgrund hinunter. DA hörte ich ein rascheln hinter mir im Gebüsch. »Sicher nur ein Tier «, dachte ich. Aber es raschelte erneut. Ängstlich wie ich war, drehte ich mich ruckartig um. Sodass ich Athanasia fasst umgeworfen hätte. Sie nervte sich, doch ich hatte recht gehabt. Irgendjemand folgte uns. »Wer ist da «, fragte ich hitzig. Athanasia grub ihre Fingernägel tief in meinen Oberarm, was ziemlich schmerzhaft war. Ich blickte sie an und wollte fluchen. Aber da sah ich ihn. Den Mann der mich fast getötet hätte. Hilfe suchen schaute ich mich in alle Richtungen um. Aber ich konnte die anderen nirgends entdecken. Verzweifelt schrie ich um Hilfe. Der Mann kam näher. Sein Gesicht konnte ich kaum erkennen. In der Hand trug er ein Messer. Mir wurde speiübel.» Jack «, piepste Athanasia neben mir. Schützend stellte ich mich vor sie und war sofort verblüfft über mein kleines bisschen Mut. »Deine Eltern hätten mir dienen müssen. Sie wären mächtig geworden. Du wärst mächtig geworden. «, sagte der Mann. Ich schluckte. Athanasia stolperte in ihrer aufregung über eine Baumwurzel, fiel auf den Boden und kroch nun keuchend auf ihren Hinterteil rückwärts vom Mann weg, bis sie einen Baumstamm erreichte und zitternd verharrte. Der furchteinflössende mann versuchte mich mit seinem Messer zu verletzen. Zuerst konnte ich ausweichen. Doch dann gelang es ihm. Ich hatte nicht richtig aufgepasst. Der Mann hatte es bemerkt und die Situation audgenutzt. Unter gruseligen Gelächter stach er sein Messer in meinen Oberschenkel. »Verdammt, mit was habe ich das verdient «, dacht ich. Mein Gesicht war schmerzverzerrt und ich schrie verzweifelt auf. Plötzlich schoss Athanasia hinter mir hervor und verlieh dem  abgelenkten Mann einen heftigen stoss. Mit dem hatte er nicht gerechnet. Er wedelte mit dem armen und versuchten Gleichgewicht zu finden. Mit seinen Schuhen hatte er die Kante zum Abgrund leicht übertreten. Als ihm bewusst wurde dass er stürtzen würde, griff er verzweifelt nach mir, da ich inzwischen mühdam auf die Beine gekommen war. Ich strauchelte eine Sekunde lang. Dann rutschte der Mann ab und ich wurde von ihm mitgerissen. Und dann fiel ich. Immer tiefer. Und tiefer

 Voller Angst wurde mir klar was passiert war. Der Mann hatte mich losgelassen. Ich versuchte mich auf den Aufprall vorzubereiten. Doch bevor es soweit kam, packte mich etwas an meiner Schulter, krallte sich meinen Pullover und hielt mich fest. Ich dachte es wäre ein verdorrter Zweig, der an der Felswand wächst, aber dann wäre er doch gebrochen und ich wäre wieder gefallen. Ich sah, wie der Mann unter mir weiter in die Tiefe stürzte. Bis ich ihn nicht mehr sah. Er war tot. Nun sah ich mich nach meinem Retter um. Es war Athanasia. Aber wie konnte das sein? Von dem Klippenrand hätte sie mich unmöglich halten können. Dafür war ich schon zu weit gefallen. Athanasia schwebte. Staunend blickte ich sie an. Da stand sie. In der Luft.  Unter ihr nur ein leichter Schimmer Licht, hielt sie mich mit einem Arm mühelos fest. Ihre Fähigkeiten hatten mich wieder einmal überrascht. Nun zog sie mich problemlos hoch neben sich. »Solange du dich an mir festhältst wirst du nicht fallen «, erklärte sie. Ich hielt ihren Arm, währenddem wir gemeinsam über einen unsichtbaren Boden liefen. Die Hand hatte sie kurz auf meinen Oberschenkel gepresst, der schlagartig heilte. Bei jedem ihrer Schritte erschien unter uns ein leuchtendes, durchsichtiges Stück Fläche. Wir blickten uns tief in die Augen, dann küsste ich sie und mir wurde bewusst, dass sie mir das Leben gerettet hatte. Schon wieder. Ich spürte ihre Lippen auf meinen und dachte: »Etwas Gutes gibt es an dem Ganzen. Mein Leben kann nur noch besser werden. «

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Kommentare (1)

Wow, die Geschichte ist ultraspannend zu lesen! Du hast grosses Talent. Schreib unbedingt weiter, vielleicht halte ich ja in ein paar Jahren mal ein Buch von dir in den Händen. Einen Tipp habe ich dir aber noch: Vertiefe doch deine Kenntnisse in der Kommasetzung, das würde das Lesen erleichtern. Vielleicht hattest du das in der Schule noch gar nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Aber gestört hat es mich beim Lesen ein wenig. Auf jeden Fall hast du ganz grosses Talent und deine Geschichte konnte ich nicht unterbrechen beim Lesen. Respekt!

Nadeschka

08. Januar 2021

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