Lange bevor die Sonne nur ein Objekt war, war sie eine Person. Ein wunderschönes himmlisches Wesen, welches zwischen den Sternen lebte. Zu denen, die Führung brauchten, sprach sie und zu denen, die nach Stille sehnten, leuchtete sie ein wenig heller. Denn nur ihr Licht konnte wunden heilen, welche tiefer waren, als die die eine Klinge einem zufügen konnte.
An einem speziellen Tag ehrten der Mond und Sonne beide den Himmel zusammen. Dies passierte nicht oft, doch war schon einmal passiert. Dieses Mal jedoch konnten sie einander nicht ignorieren. Sie redeten und hörten zu. Etwas hatte sich zwischen ihnen geändert.
Sie waren doch nur zwei Frauen, die sich alleine fühlten. Natürlich hatten sie mit den Sternen schon vor Jahrhunderten Freundschaften geschlossen, aber es war nicht das Gleiche. Die Sterne fanden Trost in ihren Zahlen, die Sonne fand das nicht. Sie konnte es nicht finden, genauso wie der Mond es nicht konnte. Die Sonne und Mond formten eine Freundschaft, welche später zu einer Liebe blühte.
Jetzt sehnten sich beide nach den Tagen, an denen sie zusammen am Himmel erschienen. Für lange blieb ihre Liebe wahr und stark. Sie tanzten zwischen den Sternen, lachten ins unendliche hinaus und schwangen ihre verbundenen Hände über der Erde. Alles gute muss jedoch ein Ende haben. Doch langsam wurde der Mond misstrauisch gegenüber ihrer Beziehung mit der Sonne.
Sie brauchte die Sonne zum Leuchten, aber die Sonne brauchte sie nicht zum Leuchten, denn sie konnte es selbst. Jeder wartete darauf, bis die Sonne herauskam zum Spielen. Deswegen so sehr es ihr auch weh tat, setzte sie dem Strahlen der Sonne ein Ende. Sie wusste jedoch nicht, dass die Sonne ewig war. Ihr Blut kreierte eine Kugel aus Licht, welche weiter alles hell bestrahlte. Niemand sah den Unterschied bis auf den Mond. Jetzt jedes Mal, wenn das Licht den Mond traf war es nicht strahlend, warm und voller lachen, sondern kalt, gedämpft und frierte sie bis auf die Knochen. Eine Errinerung an was sie getan hatte.
Also weinte und weinte sie bis sie ihren letzte Atemzug nahm. So hinterliess sie nur eine Pfütze ihrer Tränen, die in dem kalten Licht der Sonne zu einer Kugel kristalisierte. Eine Kugel die immer noch das Licht der Sonne reflektierte.
Nur nicht mehr so hell wie zuvor.
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